Henryk Elzenberg

Kummer mit dem Sein

Tagebuch eines Philosophen. Aphorismen und Gedanken aus den Jahren 1907 bis 1963
Cover: Kummer mit dem Sein
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783518416549
Gebunden, 550 Seiten, 38,90 EUR

Klappentext

Aus dem Polnischen von Sven Sellmer unter Verwendung einiger von Karl Dedecius übertragener Aphorismen. Als Zwanzigjähriger, noch während seines Studiums in Paris, beginnt Henryk Elzenberg, sich und die Welt zu kommentieren: "Wenn ich denke, existiere ich nicht, bin ich mir meiner nicht bewußt; es existiert nur das, woran ich denke." Sechs Jahrzehnte lang beobachtet er mit Skepsis und Scharfsinn die intellektuellen Verwerfungen seiner Zeit. Als Resonanzkörper dient ihm die Geistesgeschichte nicht nur des Westens - Sokrates, Russell und Goethe finden sich hier ebenso wie Buddha, Mickiewicz und Brzozowski. Am Ende seines Lebens notiert der Philosoph: "Wer intelligenter ist, hat mehr dumme Einfälle. Sein Geist ist ruhelos, in ständiger Bewegung, also stolpert er ständig. Dummköpfe haben wenig dumme Einfälle."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2004

Das "opus magnum" von Henryk Elzenberg (1887-1967) erblickt Rezensentin Marta Kijowska in diesem nun auf deutsch vorliegende Tagebuch des polnischen Philosophen, das Gedanken und Aphorismen über Philosophie, Literatur und Geschichte, über Architektur, Kunst, Politik und Religion aus sechs Jahrzehnten versammelt. Die Eintragungen zeichnen sich nach Ansicht Kijowskas durch einen "präzis-nüchternen Stil" aus. Sie hebt hervor, dass Elzenberg zwar kein fanatischer Anhänger einer bestimmten philosophischen Richtung gewesen sei, sich aber umso energischer für eine "idealistische Version des wertphilosophischen Objektivismus" ausgesprochen habe. So habe er überzeugt die These vertreten, dass die ethischen und ästhetischen Werte unabhängig vom Geschmack und den Bedürfnissen eines Individuums oder einer Gesellschaftsschicht seien. Kijowska schildert den Werdegang des Philosophen und geht insbesondere auf sein Verhältnis zum Dichter Zbigniew Herbert ein, einem seiner Schüler, mit dem er freundschaftlich verbunden war. So zitiert sie auch abschließend Herberts Lob von Elzenbergs Tagebuch. Für Herbert war es "eines der wenigen Bücher, das den Leser zu einem besseren Menschen werden lässt".
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