Aus dem Englischen von Axel Walter. Luciano Floridi, einer der weltweit führenden Informationstheoretiker, zeigt, dass wir uns nach den Revolutionen der Physik (Kopernikus), Biologie (Darwin) und Psychologie (Freud) nun inmitten einer vierten Revolution befinden, die unser ganzes Leben verändert. Die Trennung zwischen online und offline schwindet, denn wir interagieren zunehmend mit smarten, responsiven Objekten, um unseren Alltag zu bewältigen oder miteinander zu kommunizieren. Aber sind diese Entwicklungen wirklich zu unserem Vorteil? Was sind ihre Risiken? Floridi weist den Weg zu einem neuen ethischen und ökologischen Denken, um die Herausforderungen der digitalen Revolution und der Informationsgesellschaft zu meistern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2015
Rezensent Thomas Thiel findet Luciano Floridis Studie zum Leben in der Infosphäre unbefriedigend. Eher geht das Buch des Philosophen für ihn als popularisierendes Thesenbuch mit Tranquilizer-Effekten durch, als dass es aufregend Neues zu berichten hätte. Floridis Hypergeschichte, in der unser Handeln umhüllt ist von technologischen Großstrukturen, erscheint Thiel vom Autor allzu optimistisch, ja gefährlich naiv gesehen, gerade, als hätte es den NSA-Skandal nie gegeben. Außerdem findet Thiel den Identitätsbegriff des Autors allzu flach. Dass sich der homo informaticus über den Geist allein definieren lässt, nimmt er Floridi nicht ab. Entsprechend wenig überzeugend findet er Floridis Handlungsempfehlungen.
Den Versuch des Philosophen Luciano Floridi, unsere digitale Welt, das "Onlife", zu verstehen und mit philosophischen Orientierungspunkten zu versehen, findet Wolfram Eilenberger ehrenhaft und überfällig. Eine Anthropologie des Internetzeitalters gelingt dem Autor laut Eilenberger jedoch höchstens in Ansätzen. Etwa wenn der Autor für eine Versöhnung von Mensch und Maschine plädiert und den Menschen zum Informationsorganismus erklärt. Nachdem die Begrifflichkeiten geklärt sind, fällt der Erkenntnisgewinn des Buches laut Rezensent allerdings eher mau aus, da der Autor keine eigenständigen Schlüsse folgen lässt, den Faden verliert und sogar geschwätzig wird. Sehr schade, findet Eilenberger.
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