Was kommt auf uns zu? Was verstehen wir eigentlich unter "Informationsgesellschaft" oder "Wissensgesellschaft", "Digitale Revolution" oder "Globale Vernetzung"? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur? Die sich wandelnde Welt, die Bernhard von Mutius entfaltet, ist eine jenseits der tradierten Vorstellungen von real und virtuell. Das Buch bereitet auf diese Welt vor, indem es Entwürfe der technisch-ökonomischen und Ideen der literarisch-kulturellen Intelligenz auf neue Weise gedanklich zusammenführt. Ein solches Buch schreibt man nicht allein. Wer den gesellschaftlichen Wandel kenntlich machen will, muss sich vernetzen. Darum hat der Autor weltweit mit vielen Wissenschaftlern, Unternehmensführern, Medien und Kommunikationstheoretikern, Vor- und Nachdenkern aus unterschiedlichen Disziplinen persönliche Gespräche geführt - u. a. mit Ulrich Beck, Heinz von Foerster, Peter Glotz, Meinhard Miegel, Florian Roetzer, Lester C. Thurow, Don Tapscott, Jerry Yang - und ihre Anregungen in einer neuen Form verarbeitet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2001
Die Rezension von Ludger Heidbrink beginnt mit einem Lamento darüber, dass keine großen soziologischen oder philosophischen Zeitdiagnosen mehr geschrieben werden. Stattdessen, so seine argumentative Volte, gebe es ja nun, und zwar begrüßenswerterweise, die Ratgeberliteratur. Bernhard von Mutius` Versuch, einen "Dialog mit der Zukunft" zu führen, hält Heidbrink für ein besonders wohlgeratenes Exempel des Genres - eines Genres, das ganz zurecht "das Erbe der idealistischen Systementwürfe" angetreten habe. Als größtes Qualitätsmerkmal preist er die "Ruhe und Bedächtigkeit" des Autors, mit der er sich für "das Denken in komplexen Zusammenhängen, die Stärkung des Verantwortungsbewusstseins, die Ausbalancierung konfligierender Werte und die Bereitschaft zur globalen Kooperation" einsetzt. Zwar kann der Rezensent nicht umhin anzumerken, dass man hier natürlich nichts Neues erfahre, bestreitet auch nicht "den Hang zur Vereinfachung und die plakative Programmatik". Aber genau darin, meint er, liege der Reiz des Ganzen. Der "Mut zur Simplifizierung" macht für Heidbrink das gelungene Sachbuch aus, besser eine zu einfach verstandene Welt als eine unverstandene.
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