Liao Yiwu
18 Gefangene
Fluchtgeschichten aus China, dem größten Gefängnis der Welt

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783103970784
Gebunden, 528 Seiten, 32,00 EUR
ISBN 9783103970784
Gebunden, 528 Seiten, 32,00 EUR
Klappentext
Aus dem Chinesischen von Brigitte Höhenrieder und Hans Peter Hoffmann. Gefängnisse spiegeln die Wahrheit über eine Gesellschaft, indem sie ihre Kehrseite zeigen. Die Eingekerkerten erzählen ihre Gegengeschichte. Während seiner Haftzeit sammelt Liao Yiwu ihre Lebensläufe zu einer alternativen Historie Chinas. Ähnlich wie Alexander Solschenizyn dokumentiert er den Horror im "größten Gefängnis der Welt". "18 Gefangene" erzählt aber nicht nur von 18 Biografien oft politischer Häftlinge, sondern auch von 18 Ausbrüchen. Denn 18 Mal gelingt die Flucht über die Berge oder über das Meer: Freiheitsliebe, Erfindungsgabe und schierer Überlebenswille sind stärker als jede politische Unterdrückung.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info)
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.06.2025
Rezensent Marko Martin liest mit "18 Gefangene" ein "zutiefst verstörendes" und überaus wichtiges Buch. Jahrzehnte lang wurden in China Menschen ins Gefängnis gebracht mit immer derselben Begründung, dem selben Vorwurf: Dissidenz und Volksverrat, erklärt Martin. Um ihre Schicksale vor dem "verordneten Vergessen" zu bewahren, hat der Schriftsteller Liao Yiwu angefangen, sich mit jenen Menschen zu unterhalten, die das Reich zum Verschwinden bringen wollte. 18 solcher Gespräche können wir im vorliegenden Band nun lesen, ergänzt um einige präzise Kommentare des Autors, der selbst vier Jahre in Haft verbrachte aufgrund eines Gedichts, das er 1989 über das Massaker auf dem Tiananmen-Platz verfasste. Hier wird nichts beschönigt, nichts romantisiert und kein schockierendes Detail verschwiegen, warnt der Rezensent. Und obwohl die Lebensgeschichten aus ganz unterschiedlichen Zeiten stammen und teilweise weit in die Vergangenheit zurück reichen, haben sie heute nicht an Brisanz verloren, so Martin. Die Aktualität und Dringlichkeit dieser Biografien macht der Autor auch durch seinen Schluss-Kommentar deutlich: Ein Gedicht über die Niederschlagung der Demokratiebewegung in Hong Kong 2020.
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