Aus dem Rumänischen von Manuela Klenke. Cristina ist eine junge Frau von heute, auf der Suche nach Liebe und Anerkennung. Sie ist von einer engen rumänischen Kleinstadt in die Hauptstadt Bukarest gezogen. Nun kämpft sie als Assistentin einer Bau-Firma für EU-Großprojekte mit Rechnungsnummern, Kollegenwitzen und dominanter Chefin. An den Wochenenden sucht sie Ablenkungen auf kurzen Reisen und Festivals. Ihre Mutter ist, seit sie klein ist, abwesend, sie arbeitet in Spanien im Tourismusgewerbe - und wenn sie dann einmal einfliegt, bringt sie zwar Geld und Gefühle mit, doch nur für kurze Zeit. Und dann hängt Cristina noch in einer Fernbeziehung fest ... Doch sie gibt nicht auf und verliert das Glück nie aus den Augen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2018
Rezensent Andreas Platthaus bekommt die Bilder aus Lavinia Branistes Roman nicht aus dem Kopf. Im Zentrum steht für ihn die Kälte der Stadt Bukarest im Umbruch und was sie mit ihren weniger skrupellosen Bewohnern macht. Nicht zuletzt die Erzählweise lässt Platthaus frösteln. Aus der Ich-Perspektive der hilflosen Erzählerin entsteht für ihn ein gnadenloses, humorloses Porträt der rumänischen Metropole. Die Intensität des Schreibens offenbart dem Rezensenten das Interesse der Autorin an der Geschichte. Einen Bildungsroman ergibt das nicht, warnt er, aber ein paar "Verhaltenslehren der Kälte", die er so leicht nicht vergessen wird.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 14.03.2018
Dass "Null Komma Irgendwas" es auch auf den deutschen Buchmarkt geschafft hat, liegt einzig am Talent der rumänischen Autorin Lavinia Braniste, versichert Rezensentin Carola Ebeling. Cristina heißt Branistes Ich-Erzählerin - eine unsichere junge Frau, die es zur Kultur zieht, die aber nur einen Job bei einer Baufirma gefunden hat, den sie verabscheut, lesen wir. Die Kluft zwischen eigenem Anspruch, Realität und dem Anspruch der Anderen ist Branistes Thema, so Ebeling. Ihre Protagonistin spürt das besonders, als einzige scheint sie in dem hierarchischen Büroalltag nicht zurecht zu kommen, ihre Anpassungsversuche scheitern kläglich. Wie Braniste das erzählt, schön lakonisch, eigensinnig und selbstironisch, hat der Rezensentin gut gefallen. Und dass sie ganz nebenbei auch etwas über die spezifische rumänische Realität lernt, ist ein weiterer Pluspunkt für sie.
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