Aus dem Rumänischen von Eva R. Wemme. Adela Nicolescu findet in einer Buchhandlung zufällig einen Roman, in dem sie ihre Familiengeschichte erkennt. Die Suche führt zurück in ihr Heimatdorf. In einer verlassenen Mühle war ein mysteriöser Mord geschehen. Menschen verschwanden auf unerklärliche Weise. Die Dörfler glauben an ein Phantom, das ihr Schicksal dirigiert und sich in jeder Seele auf eigene Weise zeigt.
Doina Ruşti folgt aus verschiedenen Blickwinkeln einer Vergangenheit, die keine Ruhe gibt. Wie mit einer Kamera leuchtet sie das Dorf Comoșteni und seine Bewohner aus, spinnt ein feines Netz ihrer Beziehungen und alltäglichen Geheimnisse, Hoffnungen und Ängste. Verdichtet in einer Osterwoche des Jahres 1986, entfaltet sie ein Panorama des Lebens unter einer Diktatur.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.01.2018
Doina Rustis Roman "Das Phantom in der Mühle" ist keine leichte Lektüre, entnimmt man der Rezension Markus Bauers. "Bemerkenswert" und "widerständig" nennt dieser das Buch der rumänischen Autorin, die Geschichte, die darin erzählt wird, und vor allem wie sie erzählt wird: zeitlich verschachelt, um ein Gespenst und eine alte Mühle in einem Dorf kreisend, entpuppt sich der Roman dem Kritiker nach und nach als Parabel auf das Leben in der Ceausescu-Diktatur. Bauer imponiert die literarische Ambitioniertheit des Romans, der sogar Fantasy-Elemente aufweist und mit eingeschobener Serifenschrift experimentiert, und er hat einiges gelernt über das Rumänien des 20. Jahrhunderts.
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