Dan Lungu

Das Hühnerparadies

Ein falscher Roman aus Gerüchten und Geheimnissen
Cover: Das Hühnerparadies
Residenz Verlag, St. Pölten 2007
ISBN 9783701714834
Gebunden, 208 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Mranca Munteanu. Was spielt sich alles in einer ruhigen Straße am Rande einer postkommunistischen Provinzstadt ab? Sie werden staunen, so einiges zumindest in den Köpfen der Einwohner. Entweder pensioniert oder arbeitslos, verbringen die Bewohner der Akazienstraße ihre Zeit zumeist in der Kneipe "Zerknautschter Traktor", denn das Klatschbedürfnis blüht. In ihrem Leben am Rande der Geschichte wird der Zerknautschte Traktor zum Dreh- und Angelpunkt der Gerüchteküche. Dort wird eine Serie merkwürdiger Ereignisse kommentiert, dort werden fantasiereiche Zukunftspläne geschmiedet. Was verbirgt sich hinter den Gemäuern des Hauses des Obersts? Wie macht man mit Erdwürmern Geld? Diese und viele andere Fragen gilt es zu beantworten, und im Zuge der Konversation verflüchtigt sich auch schon die Realität. Zwischen den Gespenstern der Vergangenheit und dem Phantom der Zukunft entsteht eine neue Welt, die ihren eigenen Gesetzen gehorcht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.04.2008

"Schräger" Roman, findet Wolfgang Schneider. Und meint das ganz freundlich. Die Lektüre von Dan Lungus Roman über die rumänische Gesellschaft im Übergang von Mangelwirtschaft zu postkommunistischer Arbeitslosigkeit hat ihm sichtlich Spaß gemacht. Dazu beigetragen hat sicher der "grotesk liebevolle Ton", den der Autor hier anstimmt, aber ebenso dessen, wie Schneider erwähnt, professioneller soziologischer und detailverliebter Blick. Für den Rezensenten beides offenbar wichtige Voraussetzungen für Satire.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.11.2007

Wunderbar findet Rezensentin Ilma Rakusa die Satire des Soziologen Dan Lungu auf ein Rumänien, das über den Realsozialismus noch nicht hinweg und im Postsozialismus noch nicht angekommen ist: Auf einer Straße einer kleinen Stadt - die Rezensentin fühlt sich an Iasi, den Wohnort des Autors, erinnert - lebt eine bunte Bewohnerschaft. Gerüchte und Geschichten werden am liebsten in der "Cafe-Bar" "Zerknautschter Traktor" ausgetauscht. Man erzählt sich von der Müllhalde unter dem Grundstück des Obersts, Begegnungen mit "Onkel Nicu" alias Ceausescu oder erinnert an die guten alten Zeiten, als man noch nicht mit leeren Taschen vor vollen Supermarktregalen stand. Mal "phantastisch-grotesk" und dann wieder knallhart und treffend findet die Rezensentin Dan Lungus Art, das postkommunistische Chaos in ungebändigter "Fabulierlust" auf die Spitze zu treiben.
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