Aus dem Rumänischen von Jan Cornelius. Der Roman erzählt die Geschichte Jewgenis, eines durch das Leben irrenden Jungschriftstellers, und die seiner Vermieterin Valeria. Doch Florin Lăzărescu nimmt nicht lediglich die als Seelenstarre bezeichnete Lebenskrise seiner Protagonisten unter die Lupe, die sich bei Jewgeni vornehmlich durch eine ewige Schreibblockade äußert, und bei Valeria durch die permanente Panik vor der lauernden Alzheimer-Krankheit, sondern auch die Seelenstarre der ganzen Stadt. Denn die Stadt mit all ihren kleinen, dramatischen Geschichten ist die dritte Hauptfigur des Romans, sie wird mit bitterer Ironie und sarkastischem Realismus beschrieben. "Seelenstarre" ist ein Roman über notwendige, jedoch unrealistische Hoffnungen und kleine Alltagsfreuden, die über die Absurdität des Lebens hinwegtäuschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2018
Rezensent Andreas Platthaus liest den Roman des bei uns als Drehbuchautor bekannten Florin Lazarrescu als städtisches Nocturne a la Beckett. Die Dialoge zwischen den drei Protagonisten - zwei von ihnen erfolglose Schriftsteller - erscheinen ihm mitunter wie aus "Warten auf Godot". Neben einem starken Frauenporträt beeindruckt Platthaus vor allem die bedrückende Schilderung der Lebensumstände in der rumänischen Gegenwart. Für das Erstarren der Kultur und des Menschen findet der Autor bezwingend absurde Bilder, meint der Rezensent und verspricht "große Literatur".
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