Laszlo Krasznahorkai

Die Welt voran

Erzählung/en
Cover: Die Welt voran
S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2015
ISBN 9783100422217
Gebunden, 416 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Heike Flemming. Dem Zauber des Beginns ist immer schon der Schrecken des Endes eingeschrieben. Von den europäischen Schriftstellern seiner Generation hat keiner dies so deutlich erfahren wie der ungarische Autor und europäische Weltbürger László Krasznahorkai. In seinem Werk wird eine so betörend luzide wie düstere Karte unserer Gegenwart gezeichnet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.06.2015

An den Nullpunkt des Verstehens und in die Versuchung des Scheiterns gerät Andreas Breitenstein mit László Krasznahorkais Erzählungen. Einen Gottsucher nennt er den Autor, einen Zweifler und Zürner vor dem Herrn, einen paradoxen Erzähler aus der Erfahrung des Realsozialismus. Dies vorweg, um sich den schwer durchschaubaren Labyrinthen des Erzählens bei Krasznahorkai zu ergeben, wie Breitenstein es macht. Staunend über das formale Spektrum der punktlos scheinenden Texte, lösen sich für Breitenstein bald die Gegensätze auf, Wissen und Nonsens werden eins, wie Ratio und Paranoia, meint er. Wenn als Figuren lauter verlorene Seelen auftreten, fragt er nicht mehr nach den Ursachen, sondern stürzt sich in den ironischen Furor der 21 Prosastücke, die für ihn sämtlich eines umkreisen: die seelische Leere unserer Zeit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2015

Nicole Henneberg sieht Jorge Luis Borges als Schutzheiligen über den Erzählungen von László Krasznahorkai schweben. Nichts sicher hier, findet sie beim Lesen der Texte, aber alles ungeheuerlich. Den erzählenden Welterkundern des Autors folgt sie dennoch mit viel Freude und Gewinn, weil sie heiter und leicht noch von der größten Traurigkeit berichten und wieder scheitern, besser scheitern. Auch wenn sie dabei heimatlos schweifend an Unorte gelangen und von Unruhe geplagt sind, für Henneberg bringen sie eindrucksvolle Geschichten mit. In ihrem Aufgespanntsein zwischen Fantastischem und Realem wirken die besten von ihnen auf sie wie ein Strudel aus Spannung, Beklemmung und Komik.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 19.03.2015

Wenn es jemals ein Buch gegeben hat, das Georg Lukács geflügeltem Wort von der "transzendentalen Obdachlosigkeit" stärker nachgeeifert hat als László Krasznahorkais "Die Welt voran", es würde Andreas Isenschmid schon sehr wundern, auch wenn die tragische condition humaine ein wenig "in der Eiswüste der Abstraktion" verloren geht. Die Anfangsüberlegungen erscheinen eher wie ein philosophischer Traktat, findet der Rezensent, und auch die Geschichten des Mittelteils sind durchsetzt von Disputen über das Wesen der Dinge, bis der Schluss schließlich nur noch Schweigen bereithält, leere Seiten - von den Fußnoten, die die Leere erklären, einmal abgesehen, verrät Isenschmid, dem die Vermittlung durch konkretes Material etwas lieber gewesen wäre als die abstrakten Behauptungen, die auch die fiktiven Figuren aufstellen müssen: "Hinter Ihnen ist das Universum, auch wenn es nicht existiert. Hinter mir ist, auch wenn es existiert, nur das Nichts und wieder das Nichts," zitiert der Rezensent beispielhaft.
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