Klappentext

Der Deutsch-Deutsche Krieg 1866 war die Entscheidung im Kampf um die Vorherrschaft zwischen Preußen und Österreich. Höhepunkt des Krieges war der Sieg bei Königgrätz am 3. Juli vor 150 Jahren. Die kühl kalkulierende Realpolitik Bismarcks und das überragende strategische Können Moltkes führten Preußen zum Sieg - so die gängige Sicht. Tatsächlich war der Sieg in Böhmen nicht zwangsläufig. Preußens Triumph bedeutete faktisch die Aufgabe des Traums von der deutschen Einheit. Er ebnete zwar den Weg zum Deutschen Kaiserreich, doch in seiner kleindeutschen Lösung. Klaus-Jürgen Bremm schildert alle Aspekte dieses Krieges: Er untersucht die Vorgeschichte ebenso wie den Weg in die Eskalation und den eigentlichen Schlachtenverlauf; die Kriegführung im Zeichen neuester waffentechnischer Errungenschaften wie auch die Kämpfe auf dem italienischen Kriegsschauplatz. Darüber hinaus zeigt er die Rezeption der Ereignisse in den verschiedenen beteiligten Staaten - Österreich, Deutschland, Italien. Es ist ein Krieg, der die weitere Entwicklung Europas entscheidend beeinflusste.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2016

Rezensent Andreas Kilb staunt, dass zum Jubiläumsjahr mit Klaus-Jürgen Bremms "1866" nur eine einzige Publikation über Bismarcks Krieg gegen die Habsburger vorliegt. Die aber hat es in sich, verspricht der Kritiker: Zum einen, weil Bremm als Militärhistoriker genau den richtigen Ton trifft, um die Ereignisse auf den Schlachtfeldern anschaulich zu beschreiben; zum anderen, da der Autor detailreich, aber nie kleinteilig, präzise und lebendig zu analysieren weiß, lobt der Rezensent, der auch die Bezugnahme auf populäre Quellen begrüßt. Vor allem aber hebt Kilb Bremms Verdienst hervor, nicht nur weit über Gordon Craigs inzwischen veraltete Studie "Battle of Königgrätz" hinauszugehen, sondern auch Lothar Galls Bismarck-Biografie von 1980 auszuwerten. Ein kluges Buch, das nicht zuletzt über die langfristigen Folgen der damals getroffenen Entscheidungen aufklärt, urteilt der Kritiker.
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