Kerstin Preiwuß

Rodeo

Gedicht
Cover: Rodeo
Berlin Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783827015464
Gebunden, 160 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Das Rodeo beginnt, wenn alles aus den Fugen gerät. Fern davon betritt Kay die Welt gewissenlos, sammelt Erfahrungen und liest nach. Es kommt zu Begegnungen mit der Mythe oder dem Spielmann. Kay erfährt von den Bloodlands und wandert durch die Bad Lands. Kay steht an der Wundbar, hört das Terrormelodram und häuft am Ende eine Liste von Toden, die Kay nicht gestorben ist, an. Alles bleibt unvereinbar, aber fügt sich zum großen Panorama. Kerstin Preiwuß' Dichtung richtet den Blick auf das menschliche Drama und ist dabei so gegenwärtig wie nie zuvor. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2026

Rezensent Christian Metz liest das Langgedicht von Kerstin Preiwuß mit wechselnden Gefühlen. Mal droht die Katastrophe, dann kommt eine Widerständigkeit und Lebendigkeit ins Spiel, die Metz Hoffnung schöpfen lässt. Es geht um Krieg und Krise, die Verse, die auch mal das Maschinengewehr imitieren, lassen für Metz keinen Zweifel. Das Ich im Text mittendrin. So "märchenhaft" die Gestalt, so überdreht das Mash-up aus Schlager und Pop und Horror, das Preiwuß laut Metz serviert. Eine "musikalische Monstrosität", findet er, die poetisch ist und rasant und aufwühlend. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.10.2026

Rezensent Björn Hayer liest die bitterbösen Gedichte von Kerstin Preiwuß durchaus beeindruckt: In einem Feuerwerk aus Zynismus und schwarzem Humor, und durchaus makaber, ergeht sich die Dichterin in einer "Abrechnung mit einer allgemeinen Abstumpfung". Der Krieg ist in ihren Texten allgegenwärtig, so Hayer: "wer lässt mehr über die Klippen springen / einmal Südhalbkugel einmal Nordhalbkugel (…) dazu nickt der Wackeldackel", aber gleichzeitig geht es auch um die mediale Verwertung der schrecklichen Bilder. Das Grauen von Zerstörung und Krieg schlägt sich auch in der Grammatik oder im Schriftbild nieder, wenn ein Bombenangriff auf Mariupol wörtlich über mehrere Seiten "zersprengt" dargestellt wird, erklärt der Kritiker, der einige Texte etwas karikaturenhaft findet, andere aber "markerschütternd". "Herrlich absurde" Sätze kann er hier entdecken, wenn es etwa heißt: "Es ist nicht gut als Fuß in einem Sportschuh an den Strand gespült zu werden". Keine leichte Kost, aber hier steckt viel Wahres über unsere Gegenwart drin, versichert er.
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