Gerhard Falkner

Hölderlin Reparatur

Gedichte
Cover: Hölderlin Reparatur
Berlin Verlag, Berlin 2008
ISBN 9783827008220
Gebunden, 110 Seiten, 19,60 EUR

Klappentext

Welche Möglichkeiten des sublimen Sprechens gibt es heute? Ausgangspunkt dieser Gedichte ist der für Hölderlin typische hohe Ton. Die Poesie wird jedoch, das Vorgehen historisch-kritischer Ausgaben vortäuschend, immer wieder von Spiel und Theorie zerbrochen und entweder bis zum Hauptsächlichen vorangetrieben, dem autonomen Gedicht, oder als poetische Masse, als Material, weiterverarbeitet und in unendliche Verknüpfbarkeit gebracht. Natürlich nie, ohne die Ironie ihrer inneren Logik außer Acht zu lassen. Lyrik also auch als ein konzeptuelles Unternehmen wie in der Bildenden Kunst.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.02.2009

Tobias Lehmkuhl findet Gerhard Falkners Beschäftigung mit dem Handwerk der Philologen, dem er sich in seinem neuen Gedichtband widmet, durchaus reizvoll. Insbesondere im ersten Teil entdeckt der Lyriker in den "Hieroglyphen", mit denen Philologen ihre kritischen Textausgaben kennzeichnen, eine ganz eigene "poetische Qualität", wie der Rezensent würdigt. Ganz und gar unzufrieden ist er allerdings mit der typografischen Gestaltung des Bandes, die ihm das Lesen erschwert hat und die er schlicht nicht "schön" findet, wie er rügt. Und dann muss Lehmkuhl auch zugeben, dass der Band nach seinem überzeugenden Anfang im weiteren Verlauf an "Spannung" verliert und er den Eindruck gewinnt, dass so manches Gedicht dem Zufall zu verdanken ist oder gar rein auf die Pointe hin geschrieben ist.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2008

Durchwachsen ist der Eindruck, den Rezensent Michael Braun von Gerhard Falkners neuem Lyrikband hat. Zwar bekundet er Respekt vor Wagemut und Verve, mit denen sich dieser Autor in seine Materialschlacht wirft, um am Beispiel Hölderlin ein ?radikales Schönheitsverlangen? auf ?moderne Ernüchterungsstrategien? treffen zu lassen. Letztlich bleiben aber die schrillen Kontrafakturen zu einigen Hymnen Hölderlins aus Sicht Brauns trotzdem ?Abrissarbeiten von minderem Reiz?, würden sie doch ?stets im Bann des Referenz-Textes? bleiben. Die stärkeren lyrischen Texte finden sich für den Geschmack des Rezensenten dann auch jenseits der titelgebenden Blöcke des Bandes, in der Abteilung ?Weisses Fleisch? zum Beispiel, weil Falkner hier, wie Braun findet, seine Fixierung auf die Texte der ?poetischen Urahnen? aufgibt, und die Hölderlin?sche Erhabenheitssprache für eine ?eigene Tonsetzung? nutzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2008

Die Größe Hölderlins wird dem Rezensenten hier ins Gedächtnis gerufen. Gerhard Falkners "lyrisches Echo" zu Hölderlin deutet Walter Hinck weder als historisch-kritischen, noch als parodistischen Ansatz. In der hier vorgenommenen Konfrontation Hölderlins mit Sprechweisen der computertechnisierten Welt bleibt dem Rezensenten das Gefühl der Fremdheit Hölderlinscher Texte erhalten. Dankbar konstatiert Hinck auch die intertextuelle Ausweitung der Reparaturzone auf Goethe, Eichendorff, Brecht, Jandl u. a. sowie Falkners Erkundungsfreude in Richtung "neuer Sprachlegierungen". So, lobt Hinck die Subtilität Falkners, bleibt literarische Überlieferung noch in der Wahrnehmung der modernen Welt intakt.
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