Jan Wagner

Achtzehn Pasteten

Gedichte
Cover: Achtzehn Pasteten
Berlin Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783827007216
Gebunden, 96 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Mit "Achtzehn Pasteten" legt Jan Wagner seinen dritten Lyrikband vor. Als der poeta doctus unter den Dichtern seiner Generation bedient er sich einer kunstvollen Formensprache.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.05.2008

Lange habe er keinen Gedichtband mehr mit solcher "Herzensfreude" gelesen, freut sich Rezensent Jochen Jung über Jan Wagners dritten Lyrikband, der darin seinen Eindruck zufolge die bereits in den Vorgängerbänden offenkundig gewordene Virtuosität noch steigern konnte. Besonders Wagners "Reimvermeidungskunst" hat es dem Rezensenten angetan: "Herrliche Drecksarbeit, die hier geleistet wurde", jauchzt er also und lobpreist das "ständig unaufdringliche Anklingen", die "leicht schräge Musik" dieser Lyrik und ihren anspielungsreichen Witz. Immer wieder fragt sich der Rezensent beim Lesen des ein oder anderen ungewöhnlichen Verses "Was ist denn das?" - um dann sogleich "ein zustimmendes Nicken" in sich zu spüren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 31.03.2008

Beeindruckt ist Thomas Steinfeld von Jan Wagners "virtuosem" Gedichtband "Achtzehn Pasteten". Mit Blick auf die bisher erschienenen Gedichtbände Wagners bescheinigt er ihm eine "zunehmende Beherrschung des Genres". Er meint dies weniger in formaler Hinsicht - Wagner war seines Erachtens von Anfang an mit "lyrischen Techniken und Traditionen" bestens vertraut -, sondern in Bezug auf die "Souveränität des Zugreifens auf den lyrischen Gegenstand". Wahl und Formung der Gegenstände scheinen ihm im vorliegenden Band unaufdringlich, präzise, präsent. Besonders hebt er das filmische Moment, das Szenische, aber auch das Statische dieser Gedichte hervor. Dabei verhehlt er nicht, dass Wagners Genre, weil an die Wirkung des Szenischen gebunden, begrenzt sei. "Aber innerhalb dieses Genres ist dieser Dichter ein Meister", schließt der Rezensent, "ein Meister des Entzückens".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.12.2007

Im Großen und Ganzen positiv ist der Eindruck, den der Rezensent Rolf-Bernhard Essig von Jan Wagners Gedichtband hat. Zwar stört er sich an manchen Stellen daran, dass die Texte des Lyrikers etwas "gekünstelt" oder auch überkonstruiert wirken, doch meistens funktioniert für Essig Wagners Mischung aus "Sentimentalität und Reflexion". Man hört nach Meinung des Rezensenten den Einfluss Rilkes durch, auch thematisch glüht die scheinbar verblichene Vergangenheit nach. Die Sujets haben in Essigs Augen etwas von "Rummel, Panoptikum und Diorama". Doch da es Wagner gelingt, "Gemeinplätze mit Eleganz" zu "umspielen" und "seinen Witz in origineller Kombinatorik traditioneller Art zu beweisen", geht die Mischung auf.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007

Eine glückliche Angelika Overath bestaunt den neuen Gedichtband von Jan Wagner, in dem sich der Lyriker einmal mehr als virtuoser Beherrscher der verschiedensten dichterischen Formen, immer mit Sinn für die überraschende Wendung, erweise. Wagners Gedichte lesen im Buch der Welt und schreiben es fort, so die Rezensentin, die sich bei den eine alte, versunkene Welt beschwörenden Versen an kostbare "Trompe-l'Oeils" aus der Malerei erinnert fühlt. Es ist die Rede von Schulfibeln, wilden Tieren, Kutschen und Königen. Hier kostet einer die Worte aus, spielt mit ihnen, als würde er sie das erste Mal hören. Die "achtzehn Pasteten" des Titels schließlich, die sich als Zyklus in der Mitte des Bandes befinden, lehnen sich an eine Tagebucheintragung von Samuel Pepys aus dem 17. Jahrhunderts an, erklärt Overath. Was man Wagner vielleicht als riskante Rückwärtsgewandtheit auslegen könnte, sieht die begeisterte Rezensentin meisterhaft und "schwindelfrei" in Verse gebracht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2007

Bewundernd äußert sich Rezensent Harald Hartung über Jan Wagners neuen Gedichtband, den er als "Musterbuch sprachlicher Haute Cuisine" würdigt. Der Lyriker hat in seinen Augen bereits mit "Probebohrung im Himmel" (2001) und "Guerickes Sperling" (2004) seine Beherrschung der Form und des Stoffs bewiesen. Der neue Band stellt sich in diese Tradition. Die Stilnachahmung zum Beispiel im Sonett "Schläfer im Wald" versteht Hartung als "Mystifikation oder Huldigung". Freilich begnügt sich der Lyriker zur Freude des Rezensenten bei seinen "Achtzehn Pasteten" nicht damit, raffiniert nachzuahmen. Er offeriere dem Leser auch sehr "eigenständige Kreationen". Hartung zeigt sich beeindruckt von Wagners Können, aber auch von seiner Klugheit zu wissen, was er nicht kann.
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