Matthias Göritz

Tools

Gedichte
Cover: Tools
Berlin Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783827010803
Gebunden, 100 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Dichter, um Charles Simic zu paraphrasieren, sind die Hüter des Ephemeren. Details wie der Abdruck eines Fußes an der Windschutzscheibe bei einer Autofahrt oder das Gespräch über Mozarts Tod nach einem Opernbesuch sammeln in einem Augenblick alles Leben, fassen die ganze Nähe und den trotzigen Abgrund zwischen zwei Menschen. Tools ist nach Loops und Pools Göritz' dritter Gedichtband, in dem er Bewegungsmuster erkundet, die jenseits der alltäglichen Zufälle, inmitten der Dinge, die uns umgeben, und der Konzepte, die wir uns aus ihnen machen, ins Offene führen. Die Welt ist kein Zuhause - aber das macht nichts."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.11.2012

Liebe zur Frau, zur Sprache, zum Dasein entdeckt Algelika Overath im dritten Gedichtband von Matthias Göritz. Die Texte erscheinen ihr so altmodisch wie modern, zeitlos gewissermaßen also, weil der Autor hier, ausgehend von Realitätsmomenten, wie einem Schrank, einer Automarke, noch einmal das ganz große Rad schwingt und nach der Conditio Humana fragt. Vor allem die Liebessonette haben Overath beglückt, wo das Auto zur "Keimzelle" der Zweisamkeit wird (!). Oder der Tulpenzyklus, in dem der Autor laut Overath von der ersten Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte erzählt, "pathetisch-kühl", wie die Rezensentin recht kühn formuliert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.04.2012

Welche Bedeutung Gedichte haben, im Vergleich zu Autos zum Beispiel, begreift Jan Röhnert anhand dieses Gedichtbandes von Matthias Göritz. Der Autor lässt ihn teilhaben an der Verwandlung von Banalem und Zufälligem, von Vergänglichem in Vertrautes, Dauerhaftes und sogar in Herztöne. Laut Röhnert geht der Autor dabei handwerklich sehr raffiniert vor und bleibt zugleich einer Offenheit verpflichtet, die den Rezensenten an Rolf Dieter Brinkmann erinnert. Und dann ist da noch Görlitz' große poetische Entdeckung, wie Röhnert es nennt: der Osten. In diesem Band ist es Warschau, dem der Autor in einem Mosaik aus Gegenwart und Geschichte nachspürt. Erstaunlich findet Röhnert, wie in diesem Band verschiedene lyrische Formen koexistieren: das Sonett neben der ecriture automatique und der politischen Lyrik, neben Widmungs- und Porträtgedichten (an Günter Eich und Emily Dickinson) und lyrischer Genremalerei.
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