Keith Devlin

Das Mathe-Gen

Oder wie sich das mathematische Denken entwickelt und warum Sie Zahlen ruhig vergessen können
Cover: Das Mathe-Gen
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2001
ISBN 9783608943207
Gebunden, 373 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Dietmar Zimmer. Warum können bestimmte Menschen Mathematik und andere angeblich überhaupt nicht? Für Keith Devlin haben Sprache und Mathematik eine gemeinsame natürliche Wurzel: Sprache und Mathematik bringen weder Eltern noch die Schule Kindern bei. Alle Kinder erlernen "Sprache" und "Mathematik" wie das Gehen, Schwimmen oder Fahrradfahren. Für Menschen ist es so natürlich, Mathematik zu treiben, wie für Vögel, das Fliegen zu lernen. Mathematik ist das Resultat eines biologischen Anpassungsprozesses. Nur ist Mathematik nicht so früh für den sozialen Umgang erforderlich wie das Sprechen. Fast alle Menschen üben ihre mathematischen Fähigkeiten, über die jeder verfügt, nicht in gleichem Maße wie ihre sprachlichen. Ein Abriß über die gemeinsame biologische Wurzel von Sprache und Mathematik und die Folgerungen, die sich daraus ergeben.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.01.2002

Von einem "Mathe-Gen", in dessen Besitz nur wenige begnadete Denker sind, kann gar keine Rede sein, stellt Jochen Paulus nach der Lektüre von Keith Devlins Buch über mathematisches Denken erleichtert fest. Das "Mathe-Gen" haben nach Devlin alle Menschen, berichtet der Rezensent. Mathematik, referiert Paulus die Grundthese des Autors, sei nicht die Wissenschaft von den Zahlen, sondern von den Mustern. Und die Veranlagung, Muster zu analysieren und zu manipulieren, habe grundsätzlich jeder Mensch, genauso wie die Fähigkeit, eine Sprache anzuwenden. Paulus gefällt, dass der Autor eingesteht, an manchen Stellen weniger wissenschaftlich denn spekulativ vorzugehen. Das Buch sei plausibel und eingängig geschrieben, verständlich, wie einer, der nebenberuflich als Wissenschaftsjournalist für die BBC arbeitet, auch artikulieren sollte. Auch wenn Devlin sich durchaus hätte bemühen können, beispielsweise bei den Psychologen zu erfragen, ob mathematisch begabte Menschen auch sprachliche Begabungen haben und stattdessen einfach Behauptungen aufstellt, ist Paulus von dem Buch begeistert. Allein schon, weil es eine "feurige Liebeserklärung an die Mathematik" ist.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2001

Mit sich regelrecht übertragender Sympathie bespricht Ernst Peter Fischer das Buch von Keith Devlin über das Mathe-Gen: ein Begriff, wie er warnt, den man nicht zu wörtlich nehmen sollte. Devlin ist Wissenschaftskolumnist des britischen "Guardian" und unterrichtet außerdem Mathematik an einer kalifornischen Universität, d.h. er versteht etwas von der Sache, und er kann sie vermitteln. Mehr noch: er wirbt dafür. Denn das Mathe-Gen haben eigentlich alle, erläutert Fischer: gemeint sei die genetische Veranlagung, die Regeln und Sprache der Mathematik zu erlernen, die ebenso vorhanden sei wie die für den Spracherwerb. Mathematisches Denken ist somit, zitiert Fischer den Autor, 'eine spezielle Form unseres Sprachvermögens', die allerdings einen spezifischen biologischen Anpassungsprozeß durchlaufen hat. Devlin streift kenntnisreich und sprachkompetent viele Gebiete, schwärmt Fischer, von der Genetik bis zur Linguistik; am Ende lüfte er das Geheimnis, das Menschen haben, die mit Mathematik umgehen können. Doch der Rezensent verrät es nicht.
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