Dror Moreh

The Gatekeepers

Aus dem Inneren des israelischen Geheimdienstes
Cover: The Gatekeepers
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2015
ISBN 9783462045901
Gebunden, 480 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ulrike Harnisch, Helene Seidler und Stefan Siebers. Das Buch basiert auf dem Dokumentarfilm "The Gatekeepers" (deutscher Titel: "Töte zuerst"), für den es dem Filmemacher Dror Moreh gelang, alle sechs noch lebenden Ex-Chefs des israelischen Geheimdienstes Schin Bet vor die Kamera zu bekommen. Und nicht nur das: Sie sprechen so schonungslos offen und (selbst-)kritisch über Folterungen, gezielte Tötungen, Bombenangriffe, all die Maßnahmen, die sie seit dem Sechstagekrieg 1967 gegen die Palästinenser in den besetzten Gebieten angeordnet haben. Politisch besonders brisant, dass die sechs Männer, allesamt israelische Patrioten, die ständig an den jeweiligen Premierminister berichtet haben, sämtlichen israelischen Regierungen seit 1967 (mit Ausnahme der von Jitzhak Rabin) vorwerfen, die falsche Palästina-Politik betrieben zu haben und zu betreiben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2015

Erich Follath musste sich spürbar überwinden, dieses Buch in die Hand zu nehmen, fällt es ihm doch schwer für israelische Geheimdienstchefs Verständnis aufzubringen. "Kalt bis ans Herz" erscheint ihm noch der Sympathischste. Aber dann lasst er sich doch fesseln von den erstaunlich offenen Berichten, in denen sich die Chefs des Inlandsgeheimdiensts Shin Beth zu manchen ihrer härtesten Entscheidungen äußern, darunter die Liquidierung von palästinensischen Attentätern. Und was Follath dann richtig stutzig macht, ist, dass sie allesamt aus dem linken politischen Spektrum kommen, Verständnis für die Palästinenser aufbringen und die Israelis für diejenigen halten, die nicht mit der Besatzung leben können.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2015

Nach Dror Morehs ausgezeichneter Filmdokumentation "Töte zuerst!", für die er in den Jahren 2009/10 die bisherigen Chefs von Israels Inlandsgeheimdienst Schabak interviewte, hätte sich Rezensent Joseph Croitoru von Morehs nun auf Deutsch erschienenem Buch "The Gatekeepers" mehr erwartet. Zunächst beklagt der Kritiker das Fehlen eines Hinweises darauf, dass Schabak-Chefs schon zuvor über ihre Arbeit berichteten, auch eine Kritik der Chefs an ihren Amtsvorgängern vermisst er. Während Croitoru im Laufe der Lektüre feststellen muss, dass sich Passagen über die sicherheitspolitischen Ereignisse der jüngeren Geschichte Israels wiederholen, hätte er sich an anderer Stelle mehr Mitteilungsfreude der Befragten gewünscht: Ob Auskünfte zur Besetzung des Südlibanon oder Methoden der Terrorbekämpfung - mehr als "Marginalien" hat der Rezensent hier leider nicht erfahren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.02.2015

Arno Widmann wirft nur ein kurzes Schlaglicht auf dieses Buch, das ihm offenkundig am Herzen liegt. Es dokumentiert die Gespräche, die der Filmemacher Dror Moreh für seine Dokumentation "The Gatekeepers" mit den noch lebenden Chefs des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Beth führte. Was Widmann besonders betont: Obwohl sie sich durchaus dazu bekennen, einzelne Verbrechen begangen zu haben, um größere Verbrechen zu verhindern, sagen sie auch, dass eine Politik, die den Palästinensern nur Unsicherheit bringt, auch den Israelis keinen Frieden bringen wird.