Karolina Sulej
Persönliche Dinge
Was Kleidung aus NS-Lagern uns heute erzählen kann

Ch. Links Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783962892296
Gebunden, 432 Seiten, 26,00 EUR
ISBN 9783962892296
Gebunden, 432 Seiten, 26,00 EUR
Klappentext
Aus dem Polnischen von Bernhard Hartmann. Mit einem Vorwort von Mirjam Zadoff, Direktorin des NS-Dokumentationszentrum in München. Kleidung ist mehr als eine äußere Hülle. Die Art und Weise, wie wir uns kleiden, unseren Körper schützen oder ihn schmücken, ist Ausdruck des menschlichen Willens, wir selbst zu sein. Welchen Stellenwert erhält Kleidung in einem System, das die Vernichtung des menschlichen Selbst zum Ziel hatte? Dieser Frage geht Karolina Sulej in ihrem Buch nach. Die polnische Historikerin widmet sich damit einem Thema, das bislang selten im Fokus der Holocaust-Literatur stand und doch so viel erzählt über Identität, Kultur und Überlebenswillen. Gestützt auf Archivfunde, Forschungsarbeiten, Literatur und eine Vielzahl persönlicher Begegnungen zeigt sie, wie persönliche Dinge zum Erhalt der Menschenwürde beitrugen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2025
Ambivalent bespricht Rezensentin Viktoria Großmann Karolina Sulejs Buch über die Rolle von Kleidung in den Lagern des Nationalsozialismus. Viel recherchiert hat Sulej durchaus für dieses Buch, dabei hat die Kritikerin aber leider den Eindruck, dass Sulej auf Teufel komm raus alles gelesene und in Interviews erfahrene im Buch unterbringen wollte- Allzu sprunghaft und beliebig geht es deshalb zu, die Schauplätze wechseln rasant, erst ab Kapitel acht widmet sich die Autorin dem inhaltlichen Kern ihrer Arbeit, dem persönlichen Wert, den Häftlinge der Kleidung zugesprochen hatten. Unter anderem erfährt Großmann von Sulej, dass keineswegs überall die gestreifte Häftlingskleidung vorherrschte, oft trugen die Gefangenen Privatkleidung, freilich meist nicht ihre eigene. Viel zu berichten weiß dieses Buch über Versuche, wenigstens an einigermaßen saubere Wäsche zu gelangen. Sulej interessiert sich vor allem für weibliche Häftlinge als eine in der Forschung oft vernachlässigten Gruppe, die Begründung dafür ist Großmann allerdings etwas zu pauschal geraten. Dennoch nimmt Großmann einige erstaunliche Erkenntnisse mit, die nicht allzu elegante Schreibweise versucht sie dabei zu überlesen.
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