Laura Spinney

Der Urknall unserer Sprache

Cover: Der Urknall unserer Sprache
Hanser Berlin, Berlin 2025
ISBN 9783446282452
Gebunden, 336 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Stephanie Singh. Griechische Tragödien, indische Veden, römische Mythologie, "Beowulf" und "Der Herr der Ringe" - all diese Erzählungen sind durch eine gemeinsame Sprache und deren Sprecher verbunden, den Indoeuropäern. Wer waren diese Menschen, wie lebten unsere Vorfahren?  Laura Spinney erzählt die unvergleichliche Entstehung unserer Ursprache. Vor 5.000 Jahren trafen am Schwarzen Meer Nomaden aus der Steppe auf Bauern aus der gemäßigten Zone. Laura Spinney erweckt den Alltag und die Sprache dieser Menschen zum Leben und zeigt, wie eng Ost und West miteinander verbunden sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.09.2025

Rezensent Wolfgang Krischke empfiehlt Laura Spinneys Buch als Orientierungshilfe durch den Dschungel der Sprachverzweigungen, Migrationen, Verschmelzungen und Aufspaltungen des Indogermanischen. Zudem bietet die Autorin einen Überblick über den (englischsprachigen) Forschungsstand zur indogermanischen Sprachfamilie. Gut lesbar findet Krischke die Darstellung, die der Komplexität des Themas Rechnung zugleich zollt, wie er feststellt. Wer als Leser den zeitlichen und geografischen Strecken und Sprüngen im Text folgt, sich an den kleinen reportageartigen, "menschelnden" Passagen über Recherchereisen nicht stört und auch die spekulativen Momente innerhalb der Sachdarstellung goutiert, bekommt ein lehrreiches Kompendium, versichert der Rezensent. Irritierend finder er einzig die konsequente Verwechslung des Germanischen mit dem Deutschen im Buch.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 14.05.2025

Laura Spinney gelingt mit ihrem Buch ein faszinierender Streifzug durch 5.000 Jahre Sprachgeschichte, schreibt Rezensentin Susanne Billig. Ausgehend von der rekonstruierten Ursprache Proto-Indoeuropäisch entfaltet sie ein lebendiges Panorama von Migration, kultureller Entwicklung und sprachlicher Vielfalt. Mit erzählerischer Kraft schildert sie sprachliche Kontinuitäten, die über Jahrtausende bestehen. So hat sich zum Beispiel die Idee von "K'red dheh"  ("das Herz geben") bis heute in den unterschiedlichsten Sprachen im Sinne von "das Herz verschenken" erhalten, aber auch heutige Begriffen wie "cardio" lassen immer noch die Anklänge an die Ursprache vernehmen. Dabei greift Spinney auf neueste Erkenntnisse aus Genetik und KI zurück. Ihr Buch stützt sich auf die "Steppenhypothese" und porträtiert die Jamnaja-Kultur als Ausgangspunkt der indoeuropäischen Sprachfamilie. Besonders überzeugend: Ihre klare Absage an nationalistische Mythen, lobt die Kritikerin. Sprachgeschichte erscheint hier nicht als geradlinige Abstammung, sondern als dynamischer Prozess von Vermischung und Wandel. Ein eindrucksvoll geschriebenes, kluges Sachbuch, schließt die Kritikerin.

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