Die Organisation des Terrors

Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1943-1945
Cover: Die Organisation des Terrors
Piper Verlag, München 2020
ISBN 9783492058964
Gebunden, 1152 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Martin Holler, Jean-Luc Leleu, Dieter Pohl, Thomas Pruschwitz und Matthias Uhl. Lange galten Himmlers Dienstkalender der beiden letzten Kriegsjahre als verschollen - bis man sie in einem russischen Archiv in der Nähe von Moskau fand. Die darin erfolgten Eintragungen sind deshalb so brisant, weil dieser Zeitraum den Höhepunkt der deutschen Gräueltaten an den Völkern Europas markiert. Erstmals werden sie nun durch ausgewiesene Experten für die Geschichte des Holocaust und der NS-Diktatur entschlüsselt und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Der Fund belegt, wie diese Verbrechen vom Reichsführer-SS initiiert und organisiert wurden. Die Kalendernotizen zeigen zudem, wer an diesen Entscheidungen beteiligt war, wer zum engsten Kreis um Himmler gehörte und wie jene Männer handelten, die Europa zerstörten und für den größten Massenmord der Geschichte verantwortlich sind.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.06.2020

Ohne die unzähligen Fußnoten und Anmerkungen hätten die zusammengetragenen Daten aus Heinrich Himmlers Dienstkalender wohl kaum einen Wert, vermutet Rezensent Klaus Hillenbrand. Durch die in unermüdlicher Recherche der Autoren entstandenen Querverweise werden die kryptischen Einträge aber zu mahnenden Zeugnissen von der systematischen Grausamkeit des NS, mehr noch: zum Beweis der Geisteskrankheit des fanatischen Himmler, so Hillenbrand.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 09.05.2020

Hier haben fünf Wissenschaftler den Dienstkalender und den Terminkalender Heinrich Himmlers vom 1. Januar 1943 bis zum 14. März 1945 rekonstruiert, erklärt Rezensentin Gesine Palmer. Dabei wurden die Quellen nicht nur transparent aufgearbeitet, so Palmer, sondern auch ausführlich mit Erklärungen, Originaldokumenten, Kommentaren und Verweisen versehen. Etwas Neues bietet dieses Material der Kritikerin zwar nicht, die Bürokratisierung des Grauens und Pervertierung der Moral, von der die Einträge zeugen, sind ihr hinlänglich bekannt. Sorgsam aufbereitete Belege wie dieser können aber auch in Zukunft dazu beitragen, dass die Leugnung des Holocausts unmöglich bleibt, und sind damit trotzdem von unschätzbarem Wert, versichert Palmer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.04.2020

Rudolf Walther hat großen Respekt vor der editorischen und wissenschaftlichen Gesamtleistung der Herausgeber Matthias Uhl, Thomas Pruschwitz, Martin Holler, Jean-Luc Leleu und Dieter Pohl. Der Band mit Himmlers Dienstkalenderblättern von Januar 1943 bis März 1945 besticht laut Rezensent vor allem durch seine Lesbarkeit, die sich der "Feinarbeit" der fünf Historiker verdankt. Gemeint ist die quellengestützte historische Kontextualisierung der eher knappen, mitunter wenig aussagekräftigen Einträge. Welcher Horror sich etwa hinter dem lapidaren Eintrag "Besichtigung des SS-Sonderkommandos" verbirgt, erschließt der Band durch "akribische" Dokumentation und Einordnung, erklärt Walther.
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