Die Gewerkschaft "Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr" (ÖTV) und ihr Vorsitzender Heinz Kluncker galten in den 1960er und 1970er Jahren als überaus mächtig: Mit dem legendären zweistelligen Lohnabschluss von 1974 brachten sie sogar Bundeskanzler Willy Brandt in Bedrängnis.
Karl Christian Führers Studie porträtiert die ÖTV und zeigt, wie die Organisation in Tarifverhandlungen und bei Streiks agierte. Politische Rahmenbedingungen wie das ambivalente Verhältnis zur SPD und öffentliche Debatten über den Einfluss der Gewerkschaften werden dabei ebenso berücksichtigt wie der wirtschaftliche und soziale Wandel zwischen 1964 und 1982. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der deutschen Gewerkschaften und der jungen Bundesrepublik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.11.2017
Werner Bührer lernt bei Karl Christian Führer das Innenleben der ÖTV kennen. Dass Führer sich auch dem Bauch des ÖTV-Bosses Heinz Kluncker widmet, findet Bührer spannend. Ansonsten interessieren ihn der von Führer ausgewogen nachgezeichnete turbulente Tarifstreit vom Frühjahr 1974 und die im Band dargestellte Funktionsweise einer Gewerkschaft in der Auseinandersetzung mit ihren Tarifpartnern.
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