Nach seinem Rücktritt als Kanzler 1974 dehnte Willy Brandt seine internationalen Aktivitäten stark aus. Sein Ziel war, die Sozialdemokratie zu einer globalen Kraft zu formen. In Portugal und Spanien engagierte er sich für die jungen Demokratien, als Präsident der Sozialistischen Internationale (SI) kümmerte er sich besonders um Lateinamerika. Bernd Rothers Buch, die erste Darstellung der Beziehungen zwischen den Reformkräften Europas und Lateinamerikas während der SI-Präsidentschaft von Willy Brandt (1976-1992), beschreibt, wie die SI dort zu einem wichtigen Faktor wurde, wie beunruhigt die USA von diesem neuen Global Player waren und wie Konflikte in El Salvador oder Nicaragua auf die deutsche Innenpolitik zurückwirkten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2022
Rezensent Tim Niendorf wäre froh, wenn der Blick Europas wieder mehr nach Lateinamerika ginge. Bernd Rothers Buch über die Sozialistische Internationale und ihre Hochzeit unter Willy Brandt vermittelt ihm Eindrücke aus einer Zeit, als es galt, die Sozialdemokratie in der Welt zu stärken und eine Alternative zum US-Kapitalismus anzuregen. Brandts Erfolge wie auch die Defizite der Organisation legt der Autor laut Niendorf mit großer Kenntnis des Archivmaterials offen. Eher schwach findet der Rezensent, dass der Historiker den Abstieg der Organisation nicht auserzählt und den Blick etwas zu starr auf Lateinamerika richtet. Was seinerzeit in Tunesien vorging, hätte Niendorf interessiert.
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