Justus Bender

Was will die AfD?

Eine Partei verändert Deutschland
Cover: Was will die AfD?
Pantheon Verlag, München - Berlin 2017
ISBN 9783570553534
Broschiert, 208 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Der Aufstieg der AfD verändert nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland - er droht das Land zu spalten, und die traditionellen Parteien suchen verzweifelt nach einer Antwort, um den Siegeszug zu stoppen. Justus Bender, politischer Redakteur der FAZ, begleitet die AfD seit ihrer Gründung 2013 mit investigativen Recherchen, er führte Hunderte Interviews mit ranghohen Funktionären der Partei, er kennt alle relevanten Akteure aus zahllosen persönlichen Begegnungen. In diesem Buch zeichnet er ein Porträt der Partei aus nächster Nähe: Was will die AfD eigentlich und wie sähe Deutschland aus, wenn sie an der Macht wäre? Zudem analysiert Bender, warum bisher alle Strategien zur Bekämpfung der AfD gescheitert sind und wie man vorgehen muss, um sich in der Konfrontation mit dieser Partei und ihrem Gedankengut zu behaupten.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 02.03.2017

Als Journalist in der ersten Person zu schreiben ist heikel, weiß Rezensent Matthias Kamann, doch im Fall von Melanie Amanns und Justus Benders Büchern über das Phänomen AfD absolut berechtigt. Denn, so Kamann, um diese Partei, die wesentlich von der Provokation lebt, zu verstehen, muss man sich auf diese Provokation einlassen, eine Position einnehmen und den Auswirkungen dessen auf die eigene Psyche nachforschen. Das haben Amann und Bender, die Kamann darum "gute Gewährsleute" nennt, von der Anfangszeit an bis heute getan. Was den Grundwiderspruch der Partei angeht, die paradoxe autoritäre Auffassung von Freiheit, sind sich Bender und Amann einig, lesen wir. Während Amann jedoch vor allem mehr oder weniger existantialistische Ängste als Beweggründe der AfD-Funktionäre und -Wähler sieht, glaubt Bender an einen seltsamen Idealismus an der Spitze der Partei, eine Art "egozentrische Hyperliberalität", erfahren wir. Doch so interessant und wertvoll beide Argumentationslinien sind, gibt es leider auch Lücken, wendet der Rezensent ein, bei Bender ist es die "Attraktivität des Völkischen", bei Amann die komplexen politischen Auffassungen, und beide kümmern sich nicht um den Aspekt der langweilenden, sich immer wiederholenden Inhalte dieser Partei.