Julia Schäfer

Vermessen - gezeichnet - verlacht

Judenbilder in populären Zeitschriften 1918-1933
Cover: Vermessen - gezeichnet - verlacht
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783593377452
Kartoniert, 436 Seiten, 44,90 EUR

Klappentext

Die Annahme, dass es ein typisch jüdisches Gesicht, einen jüdischen Körper oder eine jüdische Gestik gebe, ist bis heute verbreitet. Sie geht auf medizinische, rassenhygienische und physiognomische Diskurse des 19. und 20. Jahrhunderts zurück. Julia Schäfer zeigt in ihrer Geschichte des visuellen Antisemitismus am Beispiel von Karikaturen in populären Zeitschriften sowohl die Entstehung antijüdischer Bilder als auch ihre parteipolitische Instrumentalisierung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2006

Überaus aufschlussreich erscheint Ludger Heid diese Studie über Judendarstellungen in den Jahren 1918-1933, die Julia Schäfer vorgelegt hat. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zeitgenössische populäre Blätter, die trotz funktionaler Unterschiedlichkeit antijüdische Stereotypen transportierten. Die Autorin interpretiere das "sichtbar" konstruierte Objekt "der Jude" als visuellen Antisemitismus, als Element der Körpergeschichte unter rassenanthropologischen und -hygienischen Vorzeichen. Heid betont, dass den Nazis die visuellen Vorgaben als willkommene antijüdische Stereotypen für ihre Propaganda dienten. Das Resümee des Rezensenten: eine Studie, die mit "beklemmender Eindringlichkeit" demonstriert, wie sich im Medium der Karikatur der antisemitische Zeitgeist der Epoche spiegelt.

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