Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.07.2002
Es sei schon seltsam, meint Frank Rutger, dass Erich Rothackers Ruhm als Philosoph und Kulturwissenschaftler nie unter der Rolle gelitten habe, die dieser im Nationalsozialismus gespielt habe. Dabei sei Rothacker nicht nur institutionell mit den Nazis eng verbunden gewesen - 1933 rief Goebbels ihn ins Propagandaministerium, wo er die Abteilung für Volksbildung leiten sollte -, sondern auch ideologisch. Die "rassisch-biologische Fundierung" von Rothacker Kulturanthropologie herausgearbeitet zu haben, würdigt Rutger als das Verdienst von Volker Böhnigk. Ansonsten spart Rutger allerdings mit lobenden Worten, wobei nicht ganz klar wird, ob er tatsächlich so wenig aus dieser Studie herausgezogen hat. Bedauerlich findet der Rezensent jedenfalls, dass Böhnigk viele jüngere Publikationen zu Rothackers Wirken nicht zur Kenntnis genommen habe.
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