"Ich möchte vom Leben alles!"
Simone de Beauvoir: Große Denkerin des 20. Jahrhunderts, eine Ikone des Feminismus - aber warum sollten sich junge Frauen für sie interessieren? Weil sie fantastische Romane und präzise Analysen gesellschaftlicher Entwicklungen schrieb und ihrem Partner Jean-Paul Sartre an analytischer Schärfe in nichts nachstand; eine Frau, die schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts für ihre Freiheit kämpfte, emanzipiert und unabhängig.
Julia Korbik wirft einen frischer Blick auf die Frau, die Schriftstellerin, die Philosophin und die Feministin. Simone de Beauvoir schillert in ihrem Buch in all ihren Facetten: Man erfährt, welche Themen sie interessierten, welche Bücher sie las, welche Personen ihr nah standen, was sie inspirierte und wie ihr Alltag aussah. Oh, Simone! überrascht, lädt zum Stöbern ein und zeigt: Es lohnt sich, kritisch zu denken und das zu tun, wofür man brennt.
Rezensentin Marlen Hobrack freut sich über ein weiteres Werk im Kanon der Bücher über Simone de Beauvoir. Das Buch der Journalistin Julia Korbik scheint ihr vergnüglich geschrieben, als Einführung in Leben und Werk von Beauvoir bestens geeignet, wenngleich ein wenig "oberflächlich": Erläuterungen zu Begriffen wie "Transzendenz" oder "Toilette" hätte die Rezensentin ebenso wenig gebraucht wie Smalltalk-taugliche Fakten über die Philosophin. Als willkommenen Anlass, sich wieder mit Beauvoir zu beschäftigen, kann sie das Buch aber in jedem Fall empfehlen.
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