Unsere Grundschulen, in denen wichtige Grundlagen gelegt werden, kämpfen mit Überforderung und Vernachlässigung. Ingrid König, couragierte Leiterin einer Grundschule in Frankfurt, schlägt Alarm: Lehrerinnen und Lehrer müssen immer öfter die Rolle von Sozialarbeitern spielen, müssen nachholen, was Eltern versäumen, müssen zwischen Kulturen vermitteln, Integration und Inklusion leisten - und das alles bei mangelnder Ausstattung und Unterstützung. Ingrid König benennt klar, was sich ändern muss, damit wir nicht die Zukunft einer ganzen Generation von Kindern aufs Spiel setzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2019
Susanne Kusicke empfiehlt die Lektüre des Buches von Ingrid König. Was die ehemalige Grundschuldirektorin in ihrer Arbeitsbilanz an Missständen illustriert, verschlägt der Rezensentin die Sprache. Viel Bekanntes ist darunter, das Kusicke verdeutlicht, wie gering die Fortschritte offenbar sind, aber auch Neues, etwa bezüglich der Planlosigkeit in den Schulbehörden. Dass die Autorin dazu neigt, ihre eigenen Erfahrungen zu verallgemeinern, gefällt Kusicke nicht so gut, nicht jede Schule sei schließlich eine "Brennpunktschule", meint sie. Wenn König Wertevermittlung und das Aufbrechen von Denkverboten fordert, ist Kusicke froh über den Hinweis, dass dergleichen Defizite sozial und nicht ethnisch bedingt sind.
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