Sebastian Kurz ist eine politische Ausnahmeerscheinung. Österreichischer Bundeskanzler mit gerade einmal 31 Jahren, charmant und redegewandt. "Wunderknabe" (FAZ), "Polit-Popstar" (Tagesanzeiger) bis hin zu "Trojanisches Pferd" (Le Monde) titelt die Presse. Und auch neben seinem Alter sorgt sein Koalitionspartner für Aufsehen: Um die österreichischen Regierungsgeschäfte übernehmen zu können, ging der junge Konservative ein Bündnis mit der Rechtspartei FPÖ ein. Judith Grohmann hat Sebastian Kurz über die Jahre als Journalistin intensiv begleitet. In dieser autorisierten Biografie beschreibt sie den Weg des Polit-Karrieristen an die Macht, analysiert seine Haltung gegenüber der FPÖ und beleuchtet seine Position innerhalb der EU und der Weltpolitik. Und sie stellt die Kardinalfragen: Was möchte Kurz als Politiker erreichen? Wie sehen seine Strategien aus, wie sein Marketing? Wie weit nach rechts muss eine Partei rücken, wenn sie mit Rechtspopulisten zusammenarbeitet? Und wie agiert Kurz nach 526 Tagen im Amt und einem Misstrauensantrag, um seine Partei bei den Neuwahlen wieder an die Macht zu führen? Wie überzeugt er seine Wähler ein zweites Mal?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2019
Rezensent Stephan Löwenstein findet die Kritik an Judith Grohmanns Buch über Sebastian Kurz etwas ungerecht, aber doch auch verständlich. Einerseits entgeht ihm nicht, dass die Autorin gleichsam offiziell anhand von Interviews mit Kurz und seiner Entourage arbeitete und distanzlos und teilweise seltsam pathetisch über ihn schreibt, andererseits entdeckt er im Buch auch kritische Beobachterstimmen und erfährt ziemlich haarklein und chronologisch geordnet, was der Politiker Kurz während seiner Karriere getan und gesagt hat.
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