Jostein Gaarder

Der Geschichtenverkäufer

Roman
Cover: Der Geschichtenverkäufer
Carl Hanser Verlag, München 2002
ISBN 9783446202108
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs. Ein Mann, dem gute Geschichten nur so zufliegen, verkauft seine Stories anfantasielose Schriftsteller, die dadurch zu Bestsellerautoren werden. Er hat viele Abnehmer, und es ist ein diskretes Geschäft - kein Autor ahnt, dass er nicht der einzige Kunde des Geschichtenverkäufers ist. Doch eines Tages meint er Zeichen von Misstrauen wahrzunehmen. Ist man ihm auf die Schliche gekommen? Wenn ja, wozu sind hinters Licht geführte Erfolgsschriftsteller fähig?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2003

Die Grundidee zu dem Buch, das einen Protagonisten vorstellt, der literarische Plots an bedürftige Autoren verkauft, findet Aldo Keel sehr überzeugend. Doch der Rezensent bedauert in seiner kurzen Kritik, dass der norwegische Autor auch in diesem Roman seiner Neigung zum "Moralisieren und Dozieren" nachgebe und damit das Buch "an Prägnanz verliert". Dennoch weiß Keel es zu würdigen, dass Gaarder, der eine Stiftung gegründet hat, die Preise an umwelterhaltende Wirtschaftsentwicklungen vergibt, sowohl als Schriftsteller als auch als Mensch Verantwortung übernimmt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Ein glatter Verriss, den Burkhard Spinnen von Gaarders jüngstem Werk - für Erwachsene - liefert. Und er nennt viele gute Gründe für seine ablehnende Haltung. Die ursprüngliche Idee lässt er gelten: Ein Mann ist, warum auch immer (man erfährt es später: Kindheitstraumata), von der Fabuliersucht befallen, er produziert wie besessen eine fantastische Idee nach der anderen. Statt sie selbst auszuführen, verkauft er seine Ideen an uninspirierte blockierte Schriftsteller. Für eine Satire auf den Literaturbetrieb reicht Gaarders Ausführung dieser im Prinzip nicht schlechten Grundidee leider nicht, bedauert Spinnen, da sie gnadenlos plattgewälzt werde. Überhaupt sieht er viel zuviel Trivialpsychologie, zu viele Allgemeinplätze, zu viele Zitate aus der Weltliteratur am Werke, alles sei restlos überkommentiert und ausgedeutet. Inzest und Ehebruch müssen als Allerweltserklärungen für das seltsame Verhalten des Helden herhalten. Alles in allem ein gefälliger Text, findet Spinnen, an dem er keinen Gefallen finden kann, da auch das Personal des Romans nachlässig behandelt werde.