Mit 30 Abbildungen. Was bestimmt eigentlich unsere Reaktionen und Empfindungen? Sind Eigenschaften wie Geiz und Trägheit, Hochmut, Neid und Zorn, Wollust und Völlerei biologisch erklärbar? Indem der Autor beschreibt, wie weit der Weg von der Ebene der Gene zur Ebene unserer Verhaltensäußerungen und Gefühlsregungen ist, gelingt es ihm, gängige Vorstellungen über die genetischen Wurzeln menschlichen Verhaltens - von der Veranlagung zu Aggressivität über das Scheidungsgen bis zur Schokoladensucht - an der komplexen molekularbiologischen Wirklichkeit zu messen. Mit Dantes "Göttlicher Komödie" als Hintergrundmotiv durchleuchtet dieses Buch jede der sieben klassischen Todsünden, aber dieses Mal mit dem Wissen des 20. Jahrhunderts über Gene und Gehirne.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.06.2002
Die sieben Todsünden, erinnern Sie sich? Rezensent Thilo Resenhoeft hat sich beim US-Molekularbiologen John Medina ein paar neue Denkanstöße zum Thema geholt. Schade nur, meint Resenhoeft, dass der Autor, indem er seine Ausführungen zu den biologischen Grundlagen der von der Kirche geahndeten Verfehlungen mit Dantes "Göttlicher Komödie" kreuzt, die Sache unnötig verkompliziert. Womöglich wäre es auch ohne Dante experimentell genug gewesen, die biologischen Grundlagen des Zorns, beginnend mit der päpstlichen Definition bis hin zum erhöhten Serotonin-Gehalt im Blut amerikanischer "Problem- Marines", zu klären. So aber kann der Rezensent das Buch nicht uneingeschränkt empfehlen: Wer "diese spezielle Mixtur zwischen Dante, Neurobiologie und Genforschung" mag, schreibt er, wird daran seinen Gefallen finden.
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