Aus dem Amerikanischen von Cathrine Hornung. Der Primatenforscher Frans de Waal nimmt uns mit auf eine erfrischende, philosophische Reise, bei der die lange Tradition des Humanismus ebenso zu Wort kommt wie das Sozialverhalten im Tierreich. Er untersucht, welche Konsequenzen seine Forschungen für unser Verständnis von moderner Religion haben. Ganz gleich, welchen Einfluss die Religion auf den Moralkodex des Menschen genommen hat, sie ist nicht die Urheberin unserer Moralität. Der Autor fordert die Leser auf, sich konstruktiv mit Fragen wie diesen auseinanderzusetzen: Welche Rolle spielt die Religion heutzutage in einer gut funktionierenden Gesellschaft? Wo können Gläubige und Nichtgläubige Inspiration für eine gute Lebensführung finden?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2015
Das neue Buch des niederländischen Verhaltensforschers Frans de Waal hat Rezensentin Julia Fischer gefallen. Zwar merkt die Kritikerin an, dass es Waals unterhaltsam und liebevoll beschriebener Reise durch Kunstgeschichte, Affenverhalten und Religionspsychologie gelegentlich an Genauigkeit fehlt und die Gleichsetzung von prosozialem Verhalten bei Tieren und Moral durchaus fragwürdig scheint. Dennoch hat Fischer vor allem die heiteren Anekdoten über Schimpansen, Kapuzineräffchen und vor allem Bonobos gern gelesen. Die Rezensentin, die sich auch mit der Übersetzung im Wesentlichen zufrieden zeigt, würde dieses lesenswerte Buch aber insbesondere "interessierten Laien" empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2015
Auch wenn Rezensent Burkhard Müller der ausufernde Titel "Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote - Moral ist älter als die Religion" viel zu offenkundig erscheint, hat er das neue Buch des niederländisch-amerikanischen Primatenforschers Frans de Waal mit Gewinn gelesen. Denn de Waal gelinge es, in seinem unterhaltsamen und assoziationsreichen Stil, vor allem aber dank seines großen Erfahrungsschatzes mit Schimpansen und Bonobos, anschaulich darzulegen, dass sich situationsgebundene Ethik bereits bei Menschenaffen finden lasse. Neugierig folgt Müller auch den novellenartigen Geschichten des Autors, etwa wenn er erzählt, dass die geizige Schimpansin Daisy ihrem Widersacher fürsorglich Holzwolle bringt, als er im Sterben liegt. Neben den interessanten, im Bezug auf die Sexualität ab und an frivolen Erkenntnissen, erscheint dem Kritiker der erklärte Affenfreund gelegentlich ein wenig zu polemisch.
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