John Le Carre

Der Taubentunnel

Geschichten aus meinem Leben
Cover: Der Taubentunnel
Ullstein Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783550080739
Gebunden, 384 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Peter Torberg. Was macht das Leben eines Schriftstellers aus? Die Einsamkeit des Schreibens? Mit dem Welterfolg von "Der Spion, der aus der Kälte kam" gab es für John le Carré keinen Weg zurück in die Abgeschiedenheit. Er kündigte seine Stelle im diplomatischen Dienst, reiste zu Recherchezwecken um die halbe Welt - Afrika, Russland, Israel, USA, Deutschland - und traf die Mächtigen aus Politik- und Zeitgeschehen, aber auch aus dem Filmgeschäft. So entstand eine realitätssatte Literatur, die den Nerv der Zeit trifft. In seinen Memoiren blickt John le Carré zurück auf sein Leben und sein Schreiben.

Im Perlentaucher: Oberste Liga

Er quittierte seinen Dienst, doch scheint er es sich nicht nachhaltig mit den Hierarchen verscherzt zu haben. Vielleicht weil er sie in seinen Romanen höchstens zu Bürokraten und Trotteln gemacht hat, nie zu Mördern wie Graham Greene, dessen Abfall vom Glauben viel subversivere Kräfte freigesetzt hatte. In aller Welt trafen sich Machthaber, Geheimdienstchefs und Revolutionäre gern mit le Carré. Er dankt es ihnen mit schillernden Geschichten. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2016

Wenn einer, dessen Biografie erst vor wenigen Monaten erschienen ist, kurz darauf seine eigenen Memoiren veröffentlicht, liegt die Vermutung nahe, er habe das Bedürfnis, das Bild zurecht zu rücken. Ob dieser Verdacht im Falle John le Carrès berechtigt ist, kann Rezensentin Gina Thomas nicht beantworten. Über kleinliche Korrekturen ist der Spionageschriftsteller allerdings definitiv erhaben, räumt sie ein. Viel mehr könne man beim Lesen von "Der Taubentunnel" die Freude spüren, die der Autor bei der Schilderung seiner Erlebnisse und Erfahrungen aus eigener Sicht gehabt haben muss. Einige der Episoden in le Carrès Memoiren überschneiden sich mit den Geschichten in Adam Sismans zuvor erschienener Biografie, doch jeder stilistische Vergleich muss zugunsten des Autobiografen ausgehen, meint Thomas. Mit jeder Menge Charme, erzählerischer Raffinesse und dem untrügbaren "Agentenblick", so die verzückte Rezensentin, plaudert der Autor über sein Leben, wobei man nie ganz sicher sein könne, wo Erinnerung und Fiktion verschwimmen.
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