Nur einen Tag nach dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 übernahm das Reichssicherheitshauptamt den Gefängnisflügel D der "Haftanstalt Zellengefängnis" in Berlin-Moabit. In den folgenden Monaten waren hier mehr als 540 Gefangene inhaftiert. Viele von ihnen wurden vom "Volksgerichtshof" zum Tode verurteilt und im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee durch den Strang oder das Fallbeil hingerichtet. Sogar noch während der sowjetischen Offensive auf Berlin, zwischen dem 22. und 24. April 1945, kam es zur Ermordung von achtzehn Häftlingen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.07.2014
Die laut Rainer Blasius mit reichlich Abbildungen, Grundrissen und Faksimiles ausgestattete Studie zum Zellengefängnis Lehrter Straße in Moabit, zu den Haftbedingungen dort und schließlich zu den Häftlingen und später Ermordeten hält der Rezensent für ein starkes Stück Arbeit. Auch im zweiten Teil, den der Autor den ungesühnten Mordaktionen in und um das Gefängnis herum knapp vor Ende des "Dritten Reiches" widmet, besticht der Band laut Blasius durch dokumentarische Nüchternheit und kriminalistischen Scharfsinn.
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