Ausgehend von dem Umstand, dass rund 60 Jahre lang in deutschsprachigen Gebieten Krieg herrschte, spürt die Studie "Krieg und Aufklärung" in exemplarischen Untersuchungen den bisher wenig beachteten Langzeitentwicklungen und der Ausdifferenzierung der Kriegsliteratur zwischen 1700 und 1800 nach. Als Grundlage dient zuerst eine knappe Rekonstruktion der Entwicklung von Waffen, Strategie und Taktik des 18. Jahrhunderts. Ein zweiter Blick fällt auf die Berührungen Schreibender mit Militär und Krieg. Der doppelte Schwerpunkt der Studie liegt darauf, sowohl die enorme, bisher kaum durchschrittene Breite, Kontinuität, Vielgestaltigkeit und Relevanz der Kriegsliteratur im 18. Jahrhundert exemplarisch vorzuführen, als auch auf die Existenz eines komplexen literarischen Diskurses hinzuweisen, dessen Einzeltexte ohne Rückgriff auf die Traditionen der Kriegsliteratur nicht angemessen zu rezipieren sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.02.2013
Jens Bisky lässt sich von Johannes Birgfeld von der Neugier auf die literarische Vielfalt der Epoche der Aufklärung anstecken, die der Autor in seinem Buch "Krieg und Aufklärung" offenlegt. Der Literaturwissenschaftler Birgfeld untersucht das Verhältnis von Krieg und Poesie im achtzehnten Jahrhundert, das wesentlich vielschichtiger war, als die "Gemeinplätze der Geschichtsschreibung" glauben machen. Der reiche Schatz an Kriegsliteratur widerlegt Birgfeld zufolge das Vorurteil, dass die Mittelschicht ein "Missverhältnis zum Militär" habe, und widerspricht auch Goethes Betonung der Rolle des Siebenjährigen Krieges für die Poesie. Die Autoren - und auch Autorinnen, betont Bisky - haben es meist vermieden, ihren Fürsten nach dem Mund zu schreiben und deren Kriegsgeschäft zu verherrlichen. Birgfeld bietet einen Überblick über die literarische Landschaft, detaillierte Analysen einzelner Werke und einen Abriss des Wandels militärischer Strukturen, gelehrt, aber auch verständlich für den nur neugierigen Leser, fasst der Rezensent lobend zusammen.
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