Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2000
Hans-Jürgen Schings macht keinen Hehl daraus, dass er die Romane Therese Hubers für zu Recht in Vergessenheit geraten hält. Allerdings: "ihr Werk ist ihr Leben", findet er, und das hat es durchaus in sich. Revolution, Dreiecksverhältnisse, Unglück, Kampf gegen die Armut, dazwischen das Schreiben äußerst fantasievoller Romane. Dies lasse sich nun in einer auf sage und schreibe zehn Bände angelegten Edition nachlesen - in Briefen. Schings hebt die Sorgfalt der Edition ausdrücklich hervor und zeigt sich spürbar beeindruckt vom Umfang der "Kommentare, Zeittafeln und Register", die fast die Hälfte des Bandes ausmachen. Selbst über Begriffe wie "Bourbonen, Bacchantinnen, Rütli oder Hypothese" werde der Leser aufgeklärt. Bedauerlich findet er lediglich, dass aus der Zeit in Mainz, in der Huber die Revolution erlebte, keine Briefe erhalten sind. Auch die Briefe an ihren ersten Mann Georg Forster hat Huber fast vollständig vernichtet. Allerdings wird nach Schings dennoch deutlich, welch ungewöhnliche Frau Therese Huber war, die nicht nur von Schiller, Körner, Johanna Schopenhauer und Caroline Böhmer verachtet wurde, sondern von Madame de Stael gar zu den "Teufelsweibern" gezählt wurde - was sie durchaus mit Stolz erfüllte.
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