Mit 30 Nachdrucken von gestalteten Briefen. Herausgegeben von Andreas Hansen. Die 190 Briefe aus den Jahren 1960 - 70 dokumentieren das Ende einer Epoche - mit Antworten auf die Frage, wie angesichts der allgemeinen Atmosphäre die Verhältnisse wieder zum Tanzen zu bringen sind. Mitten in der Erstarrung beginnt sich eine Opposition zu formieren.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 08.12.2001
"Schön" und "traurig" zugleich findet Jörg Sundermeier diesen Briefwechsel zwischen dem Bauernsohn, Verleger und Galeristen Jes Petersen und den expressionistischen Autoren Raoul Hausmann und Franz Jung. Schön und spannend sei diese Lektüre, weil sie einen guten Einblick gebe in die schwierige Lage ihres Schaffens. Denn Anfang der 60er Jahre genossen Dadaisten und Expressionisten kaum noch Aufmerksamkeit. Traurig sei, schreibt der Rezensent, dass den beiden Intellektuellen nichts anderes übrig blieb, als ihre Schriften dem "tölpelhaften" Jungverleger Petersen anzuvertrauen. Den Briefwechsel mit Petersen hat der Rezensent verschlungen, gerne hätte er aber auch erfahren, wie sich Hausmann und Jung wohl über ihren leidig geduldeten Verleger ausgetauscht haben, merkt Sundermeier etwas enttäuscht an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2001
Was hat sie nur bewogen, Hausmann und Jung, die "Petersen Press" zu gründen? Am Ende der Lektüre, am Ende dieser in Briefen niedergelegten Chronik eines seltsamen Verlagsprojekts, ist Caroline Pross schlauer, ahnt, was es heißt, ein Geschäft als Form von "angewandtem Dadaismus" zu begreifen, wie Jes Petersen es tat, und weiß, dass es für die beiden emigrierten Avantgardisten wichtig war, mit ihren Schriften in Deutschland präsent zu sein. Zusammen mit den beigefügten Abbildungen und Faksimiles trösten diese Erkenntnisse die Rezensentin über den Umstand hinweg, dass die Lektüre der hauptsächlich im Band enthaltenen Geschäftspost (Aufträge, Reklamationen, Korrekturen) eigentlich "eine eher spröde Angelegenheit" ist.
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