Franz Jung

Das Trottelbuch

Cover: Das Trottelbuch
Faber und Faber, Leipzig 2004
ISBN 9783936618365
Gebunden, 82 Seiten, 76,00 EUR

Klappentext

Mit fünf Originaltransparent-Lithografien und fünfzig Zeichnungen von Volker Pfüller. Das 1912 erschienene Erstlingswerk Franz Jungs löste sofort eine öffentliche Debatte aus. Jung war es gelungen, eine neue Kunstfigur zu kreieren - die des Trottels, der nicht weiß, wohin mit seiner Empfindung und Kraft. Der Tölpel, der Simplicius, unbedeutend, umhergestoßen und willensschwach, bestaunt die Kräfte anderer Mächte wie die Kraft seines eigenen Herzens und Fühlens, und er wird davon hin- und hergerissen. Jung erkennt in ihm den Menschen seiner Zeit. Ohne Bedauern, aber auch ohne Häme schildert er das Auf und Ab seiner Gemütswallungen und meint am Schluss, dass diese Welt ohnehin nur eine Welt von Trotteln sei.
Volker Pfüller, der schon vielfach die Komik des Scheiterns und die Tragik des Fratzeschneidens in Büchern oder als Bühnenbildner auf dem Theater gestaltet hat, nähert sich mit Sympathie und Witz der irrlichternden Gestalt. Auch er mag den "Trottel" nicht verurteilen, wissend, daß wir alle in dieser Welt auf die eine oder andere Weise "Trottel" sind.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.12.2004

Die "reich illustrierte Liebhaberausgabe" des frühexpressionistischen Erstlings von Franz Jung gefällt Oliver Pfohlmann durchaus. Volker Pfüllers Lithografien und Zeichnungen "mit ihrem dominierenden Rot" passen "wunderbar" zu den Erzählungen Jungs, die der Rezensent als ein "Reigen von raubtierähnlichen Grimassen mit gebleckten Zähnen" beschreibt. Jungs Protagonisten sind Säufer, Raufbolde und mannstolle Weiber, die er, selbst starker Trinker, aus seiner näheren Umgebung kannte. Sie schimpfen, fluchen und gehen sich an die Kehle, selbst wenn sie eigentlich mal etwas Schönes sagen wollen, so der faszinierte Rezensent. Eigens erwähnt er die Novelle "Die Erlebnisse der Emma Schalke", in der Jung in einer "gedrängten, primitivistischen" Sprache seine gescheiterte erste Ehe verarbeitet. 
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