Aus dem Französischen von Christian Hartwig Steinau. Mit der Übersetzung der zwischen 2005 und 2013 verfassten "kritischen Träume" von Jean-Max Colard veröffentlicht der Wolff Verlag eine Serie von poetischen Miniaturen über die Gegenwartskunst.
Das vorliegende Buch umfasst eine Sammlung von Texten des 1968 geborenen französischen Kunstkritikers, Kurators und Literaturwissenschaftlers Jean-Max Colard. Sie dokumentieren Spuren einer langjährigen kuratorischen und kunstkritischen Praxis, deren konstitutive Regeln die von Colard selbst als "kritische Träume" (rêves critiques) bezeichneten Notate spielerisch hinterfragen. Im Traum arbeitet sich Colard an seiner vielfältigen Praxis im Grenzgebiet zwischen Literatur und Gegenwartskunst ab. Es handelt sich um hybride Texte der jüngsten Entwicklung der literarischen Kunstkritik, welche die Prämissen der Kritik, zu urteilen und zu unterscheiden, in der Form und dem Motiv des Traumes aufgehen lassen und die an die Kritik gestellten Anforderungen poetisch auflösen. tzung ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2016
Xaver von Cranach lernt die Lust am Spiel neu kennen mit Jean-Max Colards Traum-Miniaturen aus und über die Kunstwelt. Wenn der Literarturwissenschaftler, Kurator und Kunstkritiker die gewohnte Kunstkritik in seinen Texten aus den Jahren 2005 bis 2013 konsequent in den Traum und den Traum ins Transitive überführt und Künstler, Werke , Ausstellungen, Partys und Gespräche mixt, erkennt Cranach das experimentelle Potenzial dahinter, aber auch einen emphatischen Kunstbegriff, bei dem mit der Auseinandersetzung mit dem Geschauten neue Reflexionsebenen erreicht werden. Unbewusstes und nachträglich Ergänztes oder Erfundenes sind für den Rezensenten zwar nicht zu unterscheiden, doch findet er den durch die Register im Band erschlossenen Aufenthalt in Colards Traumlabor höchst anregend und produktiv.
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