Peter-Andre Alt

Schlaf der Vernunft

Literatur und Traum in der Kulturgeschichte der Neuzeit
Cover: Schlaf der Vernunft
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406493379
Gebunden, 464 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Peter-Andre Alt untersucht die vielgestaltige Geschichte literarischer Traumdarstellungen der Neuzeit - im Zusammenhang ihrer wissenschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen - von der Renaissance bis zur Moderne. Sein Buch erzählt die literarische Kulturgeschichte des Traums als Geschichte eines "Schlaf der Vernuft", der den Menschen mit den Bildern seiner Ängste und Hoffnungen, seines Aberglaubens und seiner Sehnsucht gleichermaßen konfrontiert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2003

Peter-André Alts Buch "Der Schlaf der Vernunft " hat Rezensent Hans-Albrecht Koch nicht restlos überzeugt. Der Würzburger Germanist stellt nach Auskunft Kochs etwa 250 literarische Träume zwischen Homer und Kafka dar, wobei die Literatur von der frühen Neuzeit bis zur Moderne im Zentrum steht. Dabei nehme Alt das je epochenspezifische Wissen, das Literatur über den Traum besitzt, unter die Lupe, behandle die "Beziehung zwischen Imagination und Fiktion im Kontext literarischer Formkulturen" sowie die kulturgeschichtlichen Aspekte des aufgearbeiteten historischen Materials. Ein außerordentlich weit gespanntes Programm, findet Koch, das sich seines Erachtens allerdings "deutlich konzentrierter" hätte abhandeln lassen. Alts Sprache tadelt Koch als "sperrig" und teilweise "hoch redundant". Zudem moniert er, dass Alt sein Material nicht einer "scharf konturierten These" oder einer Leitidee unterordne; stattdessen biete er eine ausgiebige Doxographie zu den expliziten oder impliziten Traumlehren von gut 60 Schriftstellern und Philosophen, überwiegend deutschen, aber auch englischen und französischen Autoren. Zum großen Bedauern des Rezensenten kommt dabei keiner der vielen, "literarisch so folgenreichen Träume" von Italienern (etwa der Bice-Traum aus Dantes "Neuem Leben") zur Sprache.