Mit diesem Buch legt Heinz-Gerhard Friese eine Geschichte der Nachterfahrung in der abendländischen Kultur vor. Er geht von der Frage aus, wie Künstler und Philosophen über Jahrhunderte das Thema Nacht behandelt haben. Dabei bezieht er Werke der Weltliteratur von Hesiod und Homer bis zu Shakespeare, Goethe und Kafka ein, aber auch Beispiele aus der Bildenden Kunst und aus Kinofilmen. Es geht um Hell und Dunkel, Licht und Schatten, Tag und Nacht, innere und äußere Dunkelheit. Spektakuläre Phänomene wie Monster und Unterwelt werden genauso untersucht wie das nicht nur nahrhafte, sondern auch kulturstiftende Abendmahl. Und es wird die gängige Zuschreibung der Vernunft allein zum Bereich des Lichts, des Tages kritisch hinterfragt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.11.2011
So viel Nacht war nie, meint Ludger Lütkehaus nicht eben frohlockend. Daran, dass der Autor auf einen Konjunkturzug aufspringt, besteht für ihn kein Zweifel. An Heinz-Gerhard Frieses ambitioniertem Projekt einer Wahrnehmungs- und Erfahrungsgeschichte der Nacht allerdings schon. Vom Umfang her haut es den Rezensenten schlicht um (1300 Seiten, 2000 Anmerkungen, 40 Seiten Literaturverzeichnis!), zumal kein Register existiert, wie er traurig feststellen muss. Nur schlägt die Überkomplexität des Buches ihm zu stark in Richtung eines romantischen Nachtbegriffs aus: innere Nacht, Theogonie, Nachtmahl etc. Die aktuelle Nachtbedrohungslage (siehe Lichtverschmutzung, Lichthygiene), eine moderne Nachtgeschichte also, sie kommt Lütkehaus in diesem langen Buch zu kurz.
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