Aus dem Französischen Karl Udo Bigott und Annette Casasus. Neben Jean Monnet und Walter Hallstein ist Jacques Delors der bedeutendste Architekt des Europäischen Hauses. In seinen "Erinnerungen" präsentiert Delors die Summe seines politischen Lebens - als politischer Aktivist in Parteien und Gewerkschaften Frankreichs, als hoher Mitarbeiter in französischen Regierungsbehörden, als Superminister während der Präsidentschaft Mitterands und schließlich als Präsident der EU-Kommission. Seine Präsidentschaft war eine Zeit weit reichender Veränderungen: der Binnenmarkt wurde vollendet, neue vertragliche Grundlagen gaben der Europäischen Gemeinschaft neue Kompetenzen und machten sie zur Europäischen Union, sie erweiterte sich auf fünfzehn Mitglieder und öffnete sich gegenüber Mittel- und Osteuropa. Neben die wirtschaftliche Integration setzte Jacques Delors die soziale Dimension.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.02.2005
Cornelia Bolesch lobt den fast 80-jährigen, langjährigen EU-Präsidenten Jacques Delors in den höchsten Tönen. Ein lebender Mythos sei er, ein intelligenter Diplomat, der auf Kompromiss und Kollegialität setzte, statt sich profilieren zu wollen, machtbewusst und trotzdem nicht abgehoben. Für viele gilt Delors als "Inkarnation Europas", und das ganze Spektrum seines Charismas kann auch die 500 Seiten starke Lebensbeschreibung nicht abgebilden, die der Journalist Jean-Louis Arnaud auf der Basis von langen Gesprächen aufgeschrieben hat. Dazu finden sich zu wenig Insidergeschichten über die politische Prominenz, mit der Delors tagtäglich zu tun hatte, und die doch so wichtig sein mussten für den Arbeitsstil des hinter den Kulissen agierenden Politikers, bemängelt Bolesch. Nur über Helmut Kohl erfährt man "Launiges": Wenn Sitzungen zu unangenehm wurden, soll dieser stets gequängelt haben: "Ich bin hungrig".
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…