Seit vielen Jahren gestaltet und beeinflusst der Christdemokrat, von 1995 bis 2013 Premier seines Landes, europäische Entscheidungsprozesse. Seine Kandidatur bei den Europawahlen im Mai 2014 und damit für das höchste Amt der EU, den Präsidenten der Europäischen Kommission, ist nur eine logische Konsequenz aus seiner bisherigen Arbeit: Schon in den Achtzigern und Neunzigern gab er als Finanzminister wichtige Impulse für die Wirtschafts- und Währungsunion, 1992 wirkte er beim Vertrag von Maastricht maßgeblich mit, von 2005 bis 2013 war er Vorsitzender der Eurogruppe und trug maßgeblich zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2015
Wilfried Loth hätte es vor allem gereizt, etwas über die persönlichen Beweggründe Jean-Claude Junckers zu erfahren, aber die österreichische Journalistin Margaretha Kopeing begnügt sich in ihrer Biografie mit einer Rekapitulation des aufreibenden Wahlkampfs, bedauert der Rezensent. Aber was auch immer den eigentlich schon Elder Statesman nach einer langen politischen Karriere noch einmal in die Europapolitik gelockt hat: Noch dem letzten Skeptiker dürfte klar werden, dass Juncker die ideale Besetzung für das Amt des Kommissionspräsidenten war, und dass der einzige Vorwurf sein kann, dass er sich nicht schon 2004 zur Kandidatur bereit erklärt hatte, ist sich Loth sicher.
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