Iso Camartin

Die Geschichten des Herrn Casparis

Cover: Die Geschichten des Herrn Casparis
C. H. Beck Verlag, München 2008
ISBN 9783406570360
Gebunden, 270 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Als Iso Camartin den Auftrag erhielt, einen Essay zum Thema "Heimat" zu schreiben, stellte sich Herr Casparis ein. Herr Casparis ist eine Spielfigur, ein alter Ego, das sich verselbständigte und immer deutlichere Konturen annahm. Herr Casparis ist voller Neugierde, ihn treiben Sehnsüchte und Wünsche, er ist hochgebildet, gleichzeitig kindlich und verspielt, klug und nachdenklich und hat mehr Fragen als Antworten. Er fragt sich, was eigentlich Heimat ist und ob es tatsächlich immer nur das Gute ist, das so nahe liegt, sehnt sich nach einer Zwillingsschwester - er, der gar keine Schwester hat - und träumt davon, ein Virtuose zu sein. Er hört Schubert und erkundet die Sprache der Schmerzen, er wählt Don Quixote zu seinem Schutzpatron und träumt von der Freiheit.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2008

Ganz angetan ist Roman Bucheli von Iso Camartins "Geschichten des Herrn Casparis". Die Figur des Bibliothekars Caspari, der Musik und Literatur liebt, findet er überaus sympathisch. Wie er berichtet, hat Camartin diesen etwas menschenscheuen Freund der Kunst erfunden, als er einen Essay über Heimat schrieb und angesichts des Themas gehemmt war, "ich" zu sagen. Er sieht in Caspari eine "Handpuppe" des Autors, die aber niemals zu einem "Sprechblasenträger" oder "Phrasendrescher" mutiert, sondern Fragen stellend, assoziierend, gedanken- und einfallsreich ein Eigenleben gewinnt und sich mit den großen Fragen der Kunst und des Lebens auseinandersetzt. Bisweilen wird Herr Caspari in Buchelis Augen als "Stichwortgeber" benutzt. In diesen Fällen wären die Texte seines Erachtens auch gut ohne ihn ausgekommen. Doch meistens gelinge es dem Autor, die Essays aus der Figur heraus zu entwickeln. Und dann stimmen zu Buchelis Freude "die Anschauung des Gelehrten und die Imagination des Dichters" wunderbar überein.