Ruben Zimmermann
Wäre Jesus Klimaaktivist?
Biblische Inspirationen für eine zeitgemäße Schöpfungsethik

Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2025
ISBN 9783374078776
Kartoniert, 240 Seiten, 19,90 EUR
ISBN 9783374078776
Kartoniert, 240 Seiten, 19,90 EUR
Klappentext
Die durch Menschen verursachte Klimakrise zeigt sich immer dramatischer. Das 1,5-Grad-Ziel von Paris 2015 ist verfehlt, viele Wissenschaftler:innen sehen bereits irreversible Kipppunkte der Erdsysteme überschritten. Waldbrände und Überschwemmungen bringen schon jetzt viel Leid über Menschen, Tiere und Pflanzen. Angesichts dieser Entwicklungen haben Klimaschützer:innen die alte Frage Martin Niemöllers (Was würde Jesus dazu sagen?) neu formuliert: "Wäre Jesus heute Klimaaktivist?". Sie ist eine Herausforderung für Kirchen und Theologie.Ruben Zimmermann stellt sich dieser Frage und sucht nach Antworten in Auseinandersetzung mit neutestamentlichen Texten. In sechs Kapiteln diskutiert er den prophetischen Ruf Jesu nach Umkehr und Wahrheitsansage, seine Zuwendung zu Tieren und Pflanzen insbesondere in den Gleichnissen und Zeichenhandlungen, sowie den möglichen Auftrag für uns jeweils mit Blick auf die aktuelle gesellschaftliche Lage.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2025
Interessiert, wenn auch nicht in jeder Hinsicht überzeugt liest Rezensent Reinhard Bingener Ruben Zimmermanns Buch über die Frage, wie Jesus sich zu den Klimaprotesten der Gegenwart verhalten hätte. Der Mainzer Theologieprofessor stößt in der Bibel auf einige Hinweise darauf, dass Jesus sich der Letzten Generation und anderen Aktivisten angeschlossen hätte, unter anderem verweist er laut Bingener darauf, dass Jesus zum Umdenken auffordert und dass er, wie die Aktivisten, vor Symbolhandlungen nicht zurückschreckt. Auch einige Bilder und Gleichnisse der Bibel werden von Bingener, durchaus schlüssig und dem Stand der Forschung entsprechend, findet der Rezensent, auf ökologische Gehalte abgeklopft, darunter Tieropferungen und der Paradiesgarten. Der Rezensent ordnet Zimmermanns Buch in evangelisch-innerkirchliche Diskussionen ein, in denen es darum geht, wie stark sich die Kirche in gesellschaftliche Fragen einmischen soll. Zimmermann steht offensichtlich auf Seiten der Interventionisten, wobei Bingener bemängelt, dass der Autor zu wenig über die realen Handlungsmöglichkeiten der Kirche nachdenkt und auch die Folgen aktivistischer Proteste nicht hinreichend reflektiert. Für einen wichtigen Diskussionsbeitrag scheint Bingener Zimmermanns Buch freilich allemal zu halten.
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