Die Figur des Fluchthelfers weckt Vorstellungen von Abenteuer, Widerstand und Freiheitskampf. Nicht jederzeit und überall galten sie jedoch als Heroen. Je nach Perspektive und politisch-historischem Kontext werden sie zu Kriminellen oder Heldinnen gemacht. Anhand von fünf exemplarischen Lebensgeschichten geht Ina Boesch dem Bedeutungswandel von Fluchthilfe und Fluchthelfern in den letzten siebzig Jahren nach, von den 1930`er-Jahren bis heute.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.12.2008
Einen spannenden Einblick in die Motive von Fluchthelfern hat Rezensentin Barbara Bleisch durch diese von Ina Boesch geführten Interviews gewonnen. Die Autorin unterscheidet dabei nicht zwischen "sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen und politischen Flüchtlingen", wie Bleisch anhand der die Interviews anreichernden "Reflexionen" der Autorin beobachtet. Und auch die Motive der Fluchthelfer scheinen ungeachtet der konkreten Rahmenbedingungen der Flucht erstaunlich konstant. Die Erforschung dieser Motive macht das Buch - das keineswegs eine "politische Anklageschrift" ist, sondern viel persönlicher angelegt ist - in den Augen der Rezensentin interessant.
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