Ausgewählt und übersetzt von Christoph Ferber. Mit einem Nachwort von Barbara Traber. Werner Renfer, der erste "moderne" Dichter des Berner Juras, ist bis heute ein Geheimtipp geblieben. Seit seiner Jugend als Bauernsohn in Corgémont bis wenige Tage vor seinem frühen Tod hat er Gedichte geschrieben; selbst sein Roman "Hannebarde" oder seine Erzählungen sind nichts anderes als lyrische Prosa. Die hier von Christoph Ferber erstmals übersetzte Auswahl von rund sechzig Gedichten berücksichtigt neben den Bänden "Profils" (1927) und "La Beauté du Monde" (1934) auch die verstreut erschienene und nachgelassene Lyrik. Es handelt sich um erstaunlich moderne Gedichte (mit Anleihen an Apollinaire), meist in freien Versen, mit überraschenden Bildern und Brüchen. Renfer ist es gelungen, in wenigen Jahren ein eigenständiges poetisches Werk zu schaffen: Gedichte, die wahre Kleinode sind, voll Raffinement, mit einem eigenen, bald burlesken, bald melancholischen, oft naiv-ironischen Ton.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.09.2012
Rezensent Samuel Moser begrüßt diese zweisprachige Ausgabe mit Gedichten von Werner Renfer (1898 bis 1936), der als Lyriker bisher kaum bekannt war. Die Gedichte scheinen dem Rezensenten durchwachsen, in ihrer Qualität schwankend. Manches wirkt auf ihn sprachlich etwas schwerfällig. Andererseits findet er immer wieder Gedichte, die in ihren Bildern stimmig sind. Er sieht in Renfer einen Lyriker, der immer auf der Suche ist, im Aufbruch ist, das Weite, die Transzendenz will, seien die Gedichte naturlyrisch, seien sie expressionistisch angehaucht.
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