Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.05.2010
Lange musste Rezensent Jens-Christian Rabe warten, jetzt ist sie da: eine lesbare Ausgabe von Kants Entwurf eines Friedensvertrags für die Völker. Doch gemach, ganz so glücklich ist der Rezensent dann doch nicht. Zwar zähmt Jost-Dietrich Busch Kants "Syntax-Monster" ein bisschen, liefert ein paar Hauptsätze mehr und regelt die Interpunktion in Richtung heutiger Gepflogenheiten. Doch viel mehr an Klarheit schafft das auch nicht. Ob sich die vorprogrammierte Aufregung unter Kantphilologen dafür lohnt? Der Rezensent weiß nicht recht. Kants Geschichtsphilosophie erscheint ihm etwas unverstellter in Buschs Überarbeitung. Und damit leider auch das systematische Problem (Geschichte als Fortschrittsgeschichte), das Rabe Kants Text attestiert. Um das aus der Welt zu schaffen, meint Rabe, hätte Busch ruhig auch ein bisschen radikaler vorgehen dürfen, Stichwort: Weglassen!
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