Herausgegeben von Walter Homolka und Arnulf Heidegger. Mit Briefen von Martin und Fritz Heidegger. Wie konnte sich einer der größten Denker des 20. Jahrhunderts im Nationalsozialismus engagieren, wie nah oder fern steht er zum Antisemitismus? Darüber gab es in den letzten beiden Jahren heftige öffentliche Auseinandersetzungen. Dieses Buch dokumentiert den entstandenen Widerstreit: Führende Heidegger-Forscher und andere Protagonisten des Diskurses stellen kurz und prägnant ihre Sicht zu Heideggers politischen Verirrungen dar.
Außerdem werden aus der Korrespondenz zwischen Martin und Fritz Heidegger diejenigen Briefe veröffentlicht, in denen sich die Brüder in den 30er und 40er Jahren über gesellschaftliche und politische Themen austauschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2016
Rezensent Helmut Mayer liest die vorliegende Auswahl aus Briefen Martin Heideggers an seinen Bruder Fritz aus den Jahren 1930 bis 1949 mit Interesse. Auch wenn es Mayer nicht darum geht, noch einmal Heideggers Antisemitismus zu verifizieren, kann er mit dieser Lektüre doch dem Blick auf Heideggers Sympathie für den Nationalsozialismus eine neue Facette hinzufügen: Heideggers Eintreten für Hitler und "Mein Kampf". Als sympathischen Mann kann Mayer sich den Schwarzwald-Philosophen auch nach dieser Lektüre mitnichten vorstellen. Die Essays im Band helfen dem Rezensenten, das Spektrum der Forschungspositionen zur Frage von Heideggers Antisemitismus zu überblicken.
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