Erstmals werden die berührenden Briefe und eindringlichen Kassiber veröffentlicht, die Hans von Dohnanyi, eine der führenden Persönlichkeiten des Widerstandes gegen das NS-Regime, aus der Haft an seine Frau Christine und an seine Kinder schrieb. Sie zeigen sowohl den liebevollen Ehemann und Vater wie den entschlossenen Verschwörer gegen Hitler, der sich auch in der Haft, den Tod vor Augen, nicht beugt. Der Jurist Dohnanyi schloss sich bereits Ende der dreißiger Jahre Widerstandskreisen an. 1942 verhalf er einer Reihe von Juden, die als Agenten getarnt wurden, zur Flucht in die Schweiz, im März 1943 war er an einem Attentatsversuch gegen Hitler beteiligt, der jedoch fehlschlug. Im April 1943 wurde er wegen angeblicher Devisenvergehen im Zusammenhang mit der Fluchthilfe inhaftiert. Nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 flog seine Mitarbeit an den früheren Putschplänen auf. Am 9. April 1945 wurde er im KZ Sachsenhausen gehängt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2016
Ein Denkmal, das sich zu lesen lohnt, erkennt Martin Kroeger in dieser Briefedition mit Dokumenten des NS-Widerständlers Hans von Dohnanyi aus der Gefangenschaft 1943-1945. Dass die Briefe und für die Ausgabe entschlüsselten Kassiber keine politischen Inhalte haben und Dohnanyi weniger als wichtigstes Bindeglied zwischen den zivilen und den militärischen Teilen des Widerstands zeigen, sondern als einen sich nach seiner Familie sehnenden Vater und Ehemann, ist für Kroeger kein Manko. Vorzüglich scheint ihm die Edition, die auch Gedichte Dohnanyis beinhaltet, nicht zuletzt auch durch die Erläuterungen des Herausgebers.
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