Gernot Bauer, Robert Treichler

Kickl

und die Zerstörung Europas
Cover: Kickl
Paul Zsolnay Verlag, Wien 2024
ISBN 9783552075030
Gebunden, 256 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Fast drei Jahrzehnte war Herbert Kickl der Mann im Schatten: derjenige, der für Jörg Haider die Reden schrieb; derjenige, dessen (heftig umstrittene) Slogans Heinz-Christian Strache zum Vizekanzler der Republik Österreich machten; der einzige Minister seit 1945, der aus seinem Amt entlassen wurde. Einst standen Kickls rhetorische Radikalität, die scharfe Argumentation und Agitation seiner Karriere im Weg, jetzt entsprechen diese Eigenschaften einem Zeitgeist, der die liberale Demokratie nicht nur in Österreich, sondern im Verbund mit Alice Weidel, Viktor Orbán, Marine Le Pen und anderen Rechtspopulisten auch in ganz Europa abschaffen will. Gernot Bauer und Robert Treichler haben sich auf Spurensuche begeben und liefern eine neue Sicht auf einen asketischen Ideologen, einen wankelmütigen Volkstribun - und einen brandgefährlichen Politiker.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.09.2024

Dass die Sorge vor einem "Volkskanzler" Herbert Kickl absolut berechtigt ist, unterstreicht Kritiker Günter Kaindlstorfer zufolge diese Biografie der Wiener Journalisten Gernot Bauer und Robert Treichler: Zwischen "Fahndungslisten" von politischen Gegnern und "Widerspruchsgeist" gegen das "Establishment" bewegt sich Kickl, der erst 2021 zu einer führenden Rolle in die FPÖ aufgestiegen ist. Kaindlstorfer liest in der gut recherchierten Biografie von einem Rechtsextremen, dem nach wie vor das Image des "Komplexlers" anhaftet, der sich in der Sphäre, in der er sich bewegt, nur bedingt zurechtzufinden weiß.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2024

Rezensentin Meret Baumann ist nach der Lektüre von Gernot Bauers und Robert Treichlers Biografie über den FPÖ-Chef Herbert Kickl beunruhigt! Dafür müssen die Journalisten Bauer und Treichler nicht durch Alarmismus und Apelle sorgen. Dafür sorgt Kickl, der in diesem Buch ausführlich zitiert wird, mit seinen Worten und seinen Ideen schon selbst, betont die Rezensentin. Die Autoren beschränken sich darauf, sachlich und umfangreich das Aufwachsen, den politischen Werdegang und die Persönlichkeit dieses kontrollierten, politisch und rhetorisch radikalen, privat eher asketisch und einzelgängerisch lebenden Mannes zu beschreiben. Zugleich bietet ihre Biografie, gegeben durch Kickls lange, treue Partei-Mitgliedschaft eine kleine Geschichte des Aufstiegs der FPÖ. Besonders gewinnbringend findet die Rezensentin den Schlussteil dieser Arbeit, indem Bauer und Treichler die Entwicklung in Österreich einordnen in einen "gesamteuropäischen Kontext" und so die Gefahr, die von diesem Mann  bzw. der FPÖ ausgeht, noch besser begreiflich machen, so Baumann.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.04.2024

Lehrreich und angsteinflößend ist, was Gernot Bauer und Robert Treichler vom Leben und Wirken Herbert Kickls zu berichten wissen, so Rezensentin Cathrin Kahlweit. Die beiden Redakteure des Magazins Profil zeichnen den Lebensweg eines Mannes nach, der fast nie mit der Presse spricht, und über dessen Privatleben man laut Kahlweit kaum etwas weiß. Dennoch lernt die Rezensentin von Bauer und Treichler, dass Kickl früher durchaus gesellig war, als Studienabbrecher zur FPÖ gestoßen ist und dort zum Hegel-zitierenden, lange unterschätzten Chefstrategen herangereift ist. Jetzt plant er, so Kahlweit nach der Lektüre, einen Angriff auf die Demokratie und die Europäische Gemeinschaft, und zwar im Namen der sogenannten "normalen" Menschen, die genug von woke und Genderwahn haben. Die Wahl im Herbst 2024 soll dafür den Weg ebnen, liest Kahlweit bei Bauer und Treichler, sie wird von Kickls FPÖ generalstabsmäßig geplant und könnte schlimme Folgen haben.

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