Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2000
Der Rezensent Matthias Alexander findet die Medienstudie der beiden Kommunikationswissenschaftler Jürgen Wilke und Carsten Reinemann wenig erhellend. Die Autoren seien zwar einer interessanten Grundfrage nachgegangen, dabei kämen sie aber zu einem Schluss, den sie "fast ausschließlich" aus einer quantitativen Inhaltsanalyse von gerade mal vier überregionalen Tageszeitungen ableiteten. Etwas bissig bemerkt der Rezensent, dass sie die Zeitungen besser hätten lesen sollen als sie auszuzählen. Eine ganze Reihe von Interpretationen stünden auf wackligen Beinen, einige interessante Beobachtungen hätten die Wissenschaftler nicht näher ausgeführt. Trotzdem lese man das Buch nicht ohne Gewinn. Immerhin habe das Autorenduo zwei wichtige Ergebnisse festgehalten: Erstens werde der Kanzler in der Wahlkampfberichterstattung von den Journalisten nicht länger geschont, zweitens sei der Nachrichtenwert zugunsten von meinungsbildenden Gattungen wie Kommentar und Reportage gesunken.
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